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Aktualisiert vor 29 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Den kenn’ ich doch!

04.07.2009

Den kenn’ ich doch! Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich meine Umgebung und die Menschen darin, fein säuberlich in Schubläden sortiere: „Der war mir immer schon unsympathisch. Mit dem kann man doch nichts anfangen. Die hat noch nie was Gescheites geleistet.“

Ich habe ein genaues Bild vom anderen und bilde mir ein, genau zu wissen, mit wem ich es zu tun habe. Das ist bequem und macht das Leben einfach. Aber wehe dem, der aus diesen Schubläden ausbrechen möchte. Wehe dem, der sich mittlerweile verändert hat. Er kommt da nicht mehr raus. Er bleibt in der Rolle gefangen, auf die ich ihn einmal festgelegt habe.

Jesus selbst hat das am eigenen Leib leidvoll erfahren. Als er nach langer Zeit mal wieder nach Hause kommt, kriegt er genau diese Sätze zu hören: „Was will der denn? Das ist doch der Sohn des Zimmermanns. Die Familie kennen wir doch! Den kennen wir doch!“

Wir stecken andere in Schubläden! Das erging Jesus in Nazareth so, und das geschieht überall, wo Menschen zusammenleben: in jedem Verein, in jeder Stadt und viel zu oft wahrscheinlich auch in Partnerschaft, Ehe und Familie! Wo aber Menschen fest in Rollen einzementiert werden, dort werden sie letztlich daran gehindert, wirklich zu leben. Leben ist Entfaltung, ist Bewegung.

Überall dort, wo Menschen daran gehindert werden, sich wirklich zu entfalten, da wird etwas getötet. In Nazareth starb die Beziehung ab, die Jesus zu seiner Heimat hatte. Zwischen ihm und den Menschen in seiner Heimat konnte sich nichts mehr ereignen. Es heißt: „Er konnte dort keine Wunder tun.“ Wo Menschen auf Rollen fixiert werden, da stirbt etwas ab: die Freundschaft, die Partnerschaft, die Beziehung. Also: Nimm den anderen als das, was er wirklich ist, als einen Menschen, als jemanden, der sich ändert, der sich entwickelt und entfaltet, als jemanden, der täglich neu wird. Leben ist kein Zustand, Leben ist Veränderung. Nur dort, wo ich dieser Veränderung Raum gebe, nur dort gewinnt das Leben seine ungeahnte Faszination. Dort wird es interessant. So interessant wie das Leben eben!

Eduard Sandhaus ist Pfarrer in St. Willehad Oldenburg.

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