Jetzt sind sie wieder da, die Heiligen drei Könige: an der Weihnachtskrippe, als Namensgeber für das Treffen einer politischen Partei oder als Besuch bei der Bundeskanzlerin.
Auch findet man sie möglicherweise direkt vor der eigenen Haustür, wenn sich wieder Tausende von Kindern und Jugendlichen an der bundesweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder, an der Sternsingeraktion, beteiligen.
Die meisten von Ihnen wissen: Die drei Könige – ursprünglich waren es Sterndeuter – kommen mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zur Krippe.
Das waren drei damals sehr wertvolle Geschenke. Diese drei Geschenke, die die Könige dem neugeborenen Kind machen, wurden immer wieder ganz verschieden gedeutet.
Eine solche Deutung lautet: Gold steht für die Königswürde Jesu, der Weihrauch für seine Gottheit und die Myrrhe schließlich für seinen Tod am Kreuz.
Der geistliche Schriftsteller Joop Roeland hat dagegen den Versuch unternommen, die drei Gaben auf uns Menschen zu beziehen.
So werden Gold, Weihrauch und Myrrhe zu Geschenken Jesu an uns.
Gold – so Joop Roeland – das ist der Glanz des Lebens auch im Alltag.
Myrrhe, ein Harz der balsamartigen Myrrhenbäume, ist ein Trost gegen die Verletzungen des Daseins.
Und Weihrauch schließlich ehrt das Geheimnis, das jeder Mensch darstellt.
Was gerade Letzteres heißen könnte, sagt der Schweizer Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti mit folgenden Worten: „Ich wurde nicht gefragt bei meiner Zeugung und die mich zeugten wurden auch nicht gefragt bei ihrer Zeugung niemand wurde gefragt außer dem Einen und der sagte ja. Ich wurde nicht gefragt bei meiner Geburt und die mich gebar wurde auch nicht gefragt bei ihrer Geburt niemand wurde gefragt außer dem Einen und der sagte ja.“
Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen die Fülle dieser Geschenke für heute und für alle Tage Ihres Lebens!
Michaela Voorwold ist Pastoralreferentin, katholische Seelsorgerin Klinikum Oldenburg/Reha-Zentrum Oldenburg.
