„Applaus für den Nikolaus...“ klingt mir ein Lied noch in den Ohren, das zu einem Minimusical gehört, in dem unsere Kindergartenkinder vor der Corona-Zeit mitspielen und singen durften. Es war das abschließende und ultimative Lob an den Menschen namens Nikolaus, von dem Legenden erzählen, was er vor etwa 1700 Jahren alles an Gutem getan haben soll. Die bekannteste ist wohl das „Kornwunder“, bei dem Nikolaus durch geschicktes Verhandeln mit einem Kapitän dafür sorgte, dass die Stadt Myra genügend Säcke Korn von einem kaiserlichen Schiff bekam, sodass die Menschen nicht verhungerten.

Als weitere soziale Einsätze sind Spenden an Menschen in besonderen Notlagen bekannt in Form von goldenen Kugeln oder Äpfeln oder durch Kleidung und Nahrung, die er in Säcken verpackt vor Türen stellte oder durch offene Fenster warf.

Er gab dafür großzügig von dem ab, was er selbst besaß und wurde damit zum Gegenentwurf für andere Wohlhabende, die gerade nichts abgeben wollten. Mancher sprach davon, dass der Teufel ihnen statt ihres echten Herzens eines aus Stein eingesetzt hätte, damit sie andere um so skrupelloser ausbeuten konnten.

Mich persönlich regt eine Geschichte an, in der Nikolaus einen Mann „mit steinernem Herzen“ dazu bringt, immer wieder eine Handvoll seines riesigen Besitzes für Menschen herzugeben, die dringend Hilfe brauchen. Handvoll um Handvoll nimmt sein Besitz ab. Zugleich kehrt seine Fähigkeit zurück, sich liebevoll für andere einzusetzen.

Dieses Bild von der Handvoll Gutem haben wir in den Kitas der Gemeinde St.  Marien vor vielen Jahren aufgenommen. Wir entdecken mit den Kindern zusammen, was für ein „Berg an Gutem“ entsteht, wenn alle eine Handvoll Gutes von sich hergeben. Ganz wichtig sind dabei Eltern und Erwachsene, die als Vorbilder aktiv werden

Werden wir also selbst zum Nikolaus und geben eine Handvoll Gutes, wann und wo immer es möglich und nötig ist. Das wäre toll.

Heinz-Peter Hahn, Pastoralreferent in der Gemeinde St. Marien Oldenburg, verheiratet, fünf Kinder