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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Einmal schreien

13.04.2013

Uuuuaaaa! Manchmal begegnen einem kleine wilde Kerlchen. „Rrruuums“, macht es da. Und „Brrroow“. Unbändige Kraft liegt in der Stimme. Kurz darauf, wenn er oder sie sich gestoßen hat, dann wird das Kerlchen ganz klein und leise. Schluchzen entströmt dem zitternden Mund. Dann wieder schnappt es sich ein Instrument, eine Dose oder einen Karton, entlockt ihm Klänge und singt „Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne“. Mit der kräftigen Stimme kann es viel anfangen.

Aber die wird ihm wohl irgendwann abhanden kommen. Vom stimmlich wilden Kerlchen wird es sich zum gemäßigten Schulkind und Jugendlichen entwickeln. Selbst wenn er mal – was Gott verhüten möge – an einem Gesangswettbewerb teilnehmen würde, wäre da nicht ungebändigte Individualität, sondern massenkompatibles Gesinge gefragt. Schade eigentlich. Mit der Stimme können wir doch die Seele zum Klingen bringen, wenn sie uns gegeben ist. Natürlich wäre es nicht nur toll, wenn wir pausenlos und bis ins hohe Alter wie die wilden Kerle durchs Leben rennten. Aber uns unserer Stimme zu berauben, ist auch nicht der wahre Jakob. Wie wäre es, wenn Sie sich jetzt – ja: genau Jetzt! – einen kleinen Schrei gönnten und spürten, was Ihnen geschieht? Sie sind nicht nur Seele und Geist, vernünftig und sozialkonform! Nein, Sie sind auch Körper, Schwingung und Atemluft. Wilde Kerle lehren mich: Uns hat Gott nicht nur als Geistwesen geschaffen, sondern mit einem Körper begabt. Warum ihn nicht nutzen? Am „World Voice Day“ – dem „Welt-Stimmen-Tag“ am kommenden Dienstag zum Beispiel. Den Kleinen ist zu wünschen, dass sie die Stimme trainieren dürfen wie Rechnen und Schreiben. „Wer seine Stimme nicht trainiert, kann Emotionen nicht so differenziert vermitteln“ sagt der Professor für Musikmedizin Bernhard Richter. Für mich heißt das: Damit unsere Gesellschaft funktionieren kann und Kinder glücklich werden, muss Musik Hauptfach und doppelt soviel unterrichtet werden wie Mathematik. Ach ja: Heute beginnt die „Woche für das Leben“ unter dem Motto „Zusammenhalt gestalten“. Passt doch!

Jens Teuber ist Pastor an der Thomas-Kirche in Oldenburg-Ofenerdiek.

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