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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Experten des Vertrauens

04.05.2019

In (fast) jeder Lebenslage stehen uns Experten mit ihrem Spezialwissen zur Verfügung. Unser Leben ist an vielen Stellen so unübersichtlich geworden, dass wir oft auf Expertenwissen zurückgreifen müssen. Nur: Wie findet man den richtigen Kenner mit dem richtigen Rat? Das Internet hilft da nur bedingt weiter, denn ein Werbeclip allein kann weder die Kompetenz noch die Vertrauenswürdigkeit eines Experten vermitteln. Die Vorkenntnisse und die Erfahrungen anderer Menschen helfen weiter.

Denn: Vertraue ich dem Zeugnis eines Freundes, dann kann ich auch dem von ihm empfohlenen Experten besser vertrauen. Dafür braucht es Menschen, die vertrauensbildende Ersterfahrungen machen. Genauso erging es Petrus und seinen Freunden. Jesus von Nazareth war kein ausgebildeter Berufsfischer so wie Petrus. Trotzdem gibt er Petrus den Rat, sein Netz auf der anderen Seite des Bootes auszuwerfen, als dieser im Morgengrauen ohne einen Fisch im Netz nach Hause kommt. Diese nachösterliche Begegnung mit dem Auferstandenen aus dem Johannes-Evangelium wird an diesem Sonntag in unseren Kirchen als frohe Botschaft verkündet. Petrus kann sein Glück nicht fassen: Das Netz ist nach neuerlichem Auswurf so prall gefüllt, dass er es nur mithilfe seiner Fischerkollegen an Land ziehen kann.

Zeigt Jesus hier übernatürliches Expertenwissen, eine Art göttliches Echolot zur Ortung des Fischschwarms? Oder geht es gar nicht um die naturwissenschaftliche Beschreibung dieses außergewöhnlichen Vorgangs? Der Fokus scheint mir auf der Vertiefung zweier außergewöhnlicher Beziehungen zu liegen: derjenigen zwischen Jesus und Petrus, die – trotz Verleugnung seitens des Petrus – von erneuertem Vertrauen geprägt ist, und derjenigen zwischen Jesus und Gott, seinem himmlischen Vater, auf die Christus nach seinem Tod und seiner Auferstehung bedingungslos bauen kann. Experten sind wichtig, aber rein technisches Spezialwissen genügt nicht. Ohne vertrauensvolle Beziehungen und einen erprobten Glauben würde unsere Welt zugrunde gehen. Das möchte uns ein etwas ungewöhnlicher Fischfang für unser heutiges Leben sagen.

Christoph Sibbel ist Pfarrer und Dechant von St. Josef Oldenburg

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