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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Hören und zuhören

12.03.2016

Kennen Sie das auch? Da reden Sie mit jemandem, aber Sie merken genau: Das Gegenüber ist in Gedanken ganz woanders. Oder wartet nur auf eine Pause, um von sich zu erzählen. Manchmal ertappe ich mich selbst dabei, dass ich Sätze meines Gegenübers zu Ende bringe, weil ich glaube bereits zu wissen, was er oder sie sagen will. Offenbar ist es leichter, eigene Gedanken mitzuteilen, als sich schweigend und einfühlsam in die Lage eines oder einer anderen zu versetzen. Dabei ist mangelndes Zuhören oft der Grund dafür, dass Freundschaften zerbrechen und Partnerschaften auseinandergehen.

„Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war Zuhören. Das ist doch nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder. Aber das ist ein Irrtum.“ schreibt Michael Ende in seinem Buch „Momo“. In der Tat, Zuhören ist eine Kunst. Wer sie wie Momo beherrscht, hört mit aller Aufmerksamkeit und voller Anteilnahme zu, schaut den oder die andere dabei an und ist ganz Ohr. Zuhören ist zugewandtes Hören. Wer zuhört, signalisiert: „Du bist wichtig. Ich nehme mir Zeit für dich.“ Oft habe ich schon erlebt, dass sich im Gespräch mit jemandem, der zuhört, bei mir selber etwas geklärt hat. Aufmerksames Zuhören kann also anderen beim Nachdenken über Lösungen auf die Sprünge helfen.

Hören und gehört werden verbindet Menschen, schafft im wahrsten Sinne des Wortes Zugehörigkeit. Und im Zuhören können wir auch Gott finden. Eine Geschichte aus dem Alten Testament erzählt von einem, der im Zuhören Gott begegnet. Elia ist vor seinen Verfolgern in die Wüste geflohen. Dort erscheint ihm Gott, nicht im Sturm, nicht im Erdbeben oder im Feuer, sondern in einem sanften Sausen (1. Könige 19,11+12). In der Stille, nicht im Lauten und Tosenden zeigt sich Gott. Elia muss genau hinhören. Und aus dem Hören eröffnet sich für ihn ein neuer Weg. Diese Erfahrung wünsche ich allen, die glauben, nicht mehr weiter zu wissen: still zu werden, zu beten, in sich hineinzuhören und am Ende eine Antwort darauf zu finden, wie es weitergehen kann.

Dr. Andrea Schrimm-Heinsist Frauenbildungsreferentin und Leiterin der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

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