Wie schwer ist eigentlich der Mond? Kann ein Baum traurig sein? War dieses Schnitzel mal ein Schwein, Mama? Wie viele Kinder gibt es auf der ganzen Welt? Warum haben Opa und Oma sich scheiden lassen?
Kinder sind Weltmeister im Fragenstellen. Heute am Weltkindertag könnte man in Anlehnung an einen Werbeslogan sagen: „Mit Kindern sieht man besser.“ Aber nicht nur das: Mit Kinder sieht man auch schärfer und eigentlicher. Mit Kindern hört man genauer und intensiver. Mit Kindern denkt und fühlt man wesentlicher.
Kinderfragen sind doppeldeutig. Kinderfragen haben viele Botschaften. Kinder können in einem Satz die ganze Wirklichkeit einfangen. Kinder können in einer Frage das ganze Leben aufschließen. Die Weisheit der Kinder, ihr unverstellter Zugang zur Tiefe des Lebens lässt Jesus sagen: „Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret Ihnen nicht, denn ihnen gehört das Reich Gottes. Ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“
Große und wichtige Fragen bewegen uns am Weltkindertag: Wie geht es den Kindern der Welt? Wie können wir sie schützen vor Hunger, Vernachlässigung und Gewalt? Fragen nach Prävention, Betreuung, Bildung. Und wir erinnern uns mit Bettina Wegener daran, dass es nicht nur um das körperliche, äußere, sondern auch das seelische, innere Wohl der Kinder geht. „Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei, darf man niemals quälen, geh’n kaputt dabei. Ist so’n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht. Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.“
Doch Jesus stellt sich nicht nur schützend vor die Kinder, sie sind nicht nur Objekte, für die man etwas tun muss. Jesus segnet die Kinder, gibt ihnen Vollmacht und sendet sie aus. Die Kinder werden zu Subjekten einer neuen Welt. Und so rücken am Weltkindertag noch andere Fragen in den Blick: Wo ist das Kind in mir? Wie kann ich die verschütteten Farben und Bilder der Kindheit, die Ausgelassenheit wieder gewinnen? Wer steckt mich an, wieder Kind zu sein? Wer schenkt mir die glänzenden Augen, mit denen ich das Reich Gottes bestaunen darf?
