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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Mütterlichkeit systemrelevant

09.05.2020

In besonderen Zeiten entstehen neue Wortprägungen. Ein Wort, das in diesen Tagen vielfach zu hören ist, lautet „systemrelevant“. Den Begriff kennen wir aus der Finanzkrise 2007, als große Banken als systemrelevant galten. In der Corona-Krise erweisen sich ganz andere Kräfte als systemrelevant. Bezeichnet werden dadurch jetzt Menschen und Berufe, die den Alltag am Laufen halten, sogar Leben erhalten: Personal im Gesundheitswesen und der Pflege, in Supermärkten, im Transport und Güterverkehr, in der Stromversorgung, der Abfallbeseitigung. Es ist ein Segen, dass es sie gibt.

In dieser Aufzählung fehlen meist die privat Sorgenden. Ihre Arbeit ist jedoch keinen Tag lang gesellschaftlich verzichtbar. Es sind vor allem Frauen, die wegen der gegenwärtig geschlossenen Schulen, Kitas und Tagespflege-Einrichtungen die Kinder oder pflegebedürftigen Familienangehörigen betreuen und die Versorgung der Familie übernehmen. Die Krise macht deutlich, wie sehr unsere Gesellschaft nicht nur auf die berufliche, sondern auch auf die unbezahlte private Arbeit angewiesen ist und wie nötig eine faire Verteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern ist.

Morgen ist Muttertag, ein Tag, an dem Müttern für ihren Einsatz gedankt wird. Wie auch immer wir zu diesem Tag stehen, halte ich es für gut und wichtig, dass vielfach als selbstverständlich hingenommene, oft unsichtbare Arbeit ausdrücklich Beachtung erfährt und gewürdigt wird. Ich würde diese Wertschätzung gern ausweiten auf alle Menschen, die sich selbstlos um andere kümmern. Und das tun durchaus auch Männer oder Frauen, die selbst keine Kinder haben.

Alle, die andere Menschen versorgen, fürsorglich begleiten, unterstützen, liebevoll beschützen und trösten, verkörpern Mütterlichkeit und sind wahrhaft systemrelevant. Sie spiegeln in ihrem Tun einen Wesenszug Gottes wider, von dem wir in der Bibel (Jesaja 66,13) lesen können: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Allen mütterlichen Menschen gebührt Dank.

Dr. Andrea Schrimm-Heins ist Leiterin der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg

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