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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Unsere Masken

10.02.2018

Zugegeben, als Württembergerin und Protestantin bin ich ein Karnevalsmuffel. Aber ich erinnere mich auch: Als Kind haben wir uns gern verkleidet. Einmal Prinzessin oder Hexe, Clownin oder Zauberer, Indianer oder Cowboy sein! Das war schon was. Und wie freute ich mich, hinter einer Verkleidung gar nicht erkannt zu werden.

Im Fasching oder Karneval verstecken Menschen ihr Gesicht hinter einer Maske. Und wie jemand hinter der Maske aussieht, ist nicht zu sehen. Masken tragen wir aber auch oft, ohne uns dessen bewusst zu sein. Wir zeigen diejenigen Seiten von uns, die in der jeweiligen Situation passen, und verbergen andere Seiten, die nicht dahingehören oder die wir schützen wollen.

Zum Beispiel versuchen wir, in einer Prüfungssituation oder bei einem Bewerbungsgespräch trotz Unsicherheit einen souveränen und professionellen Eindruck zu machen. Und dann gibt es noch die ganz Coolen, von denen man denkt, dass nichts und niemand ihnen etwas anhaben kann. Auch sie versuchen oft, nur mangelndes Selbstvertrauen zu überspielen. Der Grund, weshalb wir uns im Alltag immer wieder hinter Masken verschanzen, ist die Angst, nichts wert zu sein, und das Empfinden, uns letztlich andern nicht so zumuten zu dürfen, wie wir wirklich sind. In manchen Gegenden wird die Maske auch Larve genannt. Es ist das lateinische Wort für Maske. Wenn wir traurig sind, aber ein fröhliches Gesicht machen, um nicht aufzufallen und nicht als Spaßbremse zu gelten, dann wollen wir auch nicht entlarvt werden. Uns entlarven, hinter unsere Masken schauen, lassen wir nur die, die wir lieben oder die uns lieben. Denen wollen wir nichts vormachen. Wir möchten so geliebt werden, wie wir wirklich sind.

In 1. Samuel 16,7 steht der Satz: „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.“ Gott sieht durch alle unsere Masken hindurch und schaut uns ins Herz. Er entlarvt uns total, blickt hinter unsere Maske. Gott schaut uns voller Liebe an. Da müssen wir nichts vorspielen und können so sein, wie wir sind. Es tut gut, von ihm entlarvt zu werden.

Dr. Andrea Schrimm-Heins ist Frauenbildungsreferentin und Leiterin der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

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