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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Verlorene Schlüssel

26.10.2013

Ja, o wo habe ich sie denn, meine Schlüssel?“ Kennen Sie die Suche nach den Schlüsseln auch? Nach dem Haustürschlüssel – gerade hatte ich ihn doch noch! Nach dem Fahrradschlüssel: „Also, den hatte ich wirklich hierher gelegt. Hast Du ihn weggenommen?“ Oder das schreckliche Gefühl, wenn ich den Schlüssel verloren habe, den wichtigen Schlüssel, ohne den das vermaledeite Schloss eben nicht aufgeht. Stoßgebete zum Himmel und dann wirklich: Bittet, so wird euch gegeben. Wer suchet, der findet.

Aber den verlege ich oft, den Schlüssel des Gebets: Ich bin unkonzentriert, die Gedanken überstürzen sich, ich bin gar nicht richtig bei mir, habe keine Ruhe, in mich reinzuhören, geschweige denn auf Gottes Wort. Der frühchristliche Theologe Cyprian von Karthago hat gesagt: „Wie kannst du von Gott verlangen, dass er dich hört, wenn du dich selbst nicht hörst? Du willst, dass Gott an dich denkt, und du selber denkst nicht an dich.“ Wenn ich nicht bei mir zuhause bin, sondern immer in Gedanken unterwegs, beschäftigt oder dicht im Kopf, dann kann Gott mich auch nicht antreffen. Glücklicherweise hat er einen Zweitschlüssel: Jesus. Durch ihn wissen wir Christen, wie sehr Gott uns liebt. Er lässt uns nicht alleine mit dem Leiden und er lässt uns nicht leiden. Er leidet mit uns am Kreuz und ruft uns kurze Zeit später zu: Steh auf. Steh auf. Wenn wir beten, fühlen wir, damit sind wir gemeint. Unser Wesen besteht nicht in unserer Leistung, nicht in unserem Wissen, auch nicht in unserem Fühlen oder in unserem Suchen, sondern in dem, was wir vor Gott sind.

Mit den Schlüsseln Gebet und Jesus haben wir einen dritten, den zur Welt: den Schlüssel der Hoffnung. Die nicht zu verlieren, wenn alles verloren scheint. Und die Welt zu gestalten, aus unserem Glauben heraus. Es ist der Schlüssel zum Miteinander – einander in den Blick zu nehmen, aufgeschlossen füreinander zu sein, gerade, wenn jemand sich ausgeschlossen fühlt. Wir alle haben die Schlüsselgewalt für ein gutes, faires Miteinander, nicht einer oder eine alleine. Und das Gute: Diese Schlüssel brauchen wir nicht groß zu suchen.

Anja Kramer ist Pastorin an der Martin-Luther-Kirche in Oldenburg.

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