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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Verschiedene Wege zu Gott

22.08.2020

Manchmal träume ich von einer friedlichen Welt: einer Welt ohne Krieg, ohne Gewalt, und ohne Hunger. Niemand wird schlechter gestellt, wegen seiner Herkunft oder Hautfarbe, ihres Geschlechts oder ihrer Religion. Die Unterschiede werden als Bereicherung wahrgenommen. Dadurch werden Lösungen gefunden für die bestehenden Probleme. Die unterschiedlichen Religionen werden als gleichberechtigte Wege zu Gott gesehen.

Und doch sieht unsere Welt so anders aus: Der Antisemitismus in Deutschland z.B. ist lauter und aggressiver geworden. Jüdische Friedhöfe werden geschändet. Es gibt Anschläge auf Synagogen. Und Menschen, die in der Öffentlichkeit als jüdisch erkennbar sind, werden auf der Straße angegriffen.

Wie stehen Christinnen und Christen dazu? Eine Wurzel des Antisemitismus liegt in der über Jahrhunderte tradierten christlichen Judenfeindschaft. So wurde seit Entstehung des Christentums das Judentum als Religion schlecht gemacht. Auch oft am sogenannten Israelsonntag, den die Kirchen gerade begangen haben.

Nach der Verfolgung und Ermordung von Millionen von jüdischen Menschen durch die Nazis hat sich im christlich-jüdischen Verhältnis viel verändert und damit auch die Bedeutung des Israelsonntags: Dort kommt zur Sprache, dass Jesus Zeit seines Lebens Jude war, wie auch seine Jünger und Jüngerinnen sowie die ersten Christinnen und Christen. Erst gegen Ende des 1. Jahrhunderts löste sich diese innerjüdische Erneuerungsbewegung vom Rest des Judentums. Das Christentum entstand.

Wesentlich ist die Ausrichtung auf Gott. Am Anfang steht die Zusage: „Ich bin da.“ Gott zu lieben, das wird konkret im Gebot der Nächstenliebe. Auch das teilen die drei sogenannten Weltreligionen. Es geht es nicht um eine erzwungene Zuneigung, sondern um konkrete Taten zum Wohlergehen anderer Menschen.

Dann bleibt es nicht beim Träumen; Gerechtigkeit kann Raum greifen. Eine friedliche Welt ohne Diskriminierung und Gewalt ist möglich.

Anja Kramer ist Pastorin an der Martin-Luther-Kirche Oldenburg

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