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NWZonline.de Nachrichten Kultur Sonntagswort

Vom Enttäuschen

16.09.2017

Im Leben eines jeden Menschen gibt es Momente der Enttäuschung. Häufig sind es Dinge wie diese: eine vermeintliche Freundschaft bedeutet meinem Gegenüber weniger als mir, eine Beziehung geht in die Brüche, eine vielversprechende Bewerbung scheitert. Viele Enttäuschungen wird sicher auch das Ergebnis der Bundestagswahl hervorrufen. Wahrscheinlich hat jede und jeder von uns in der letzten Woche die eine oder andere Enttäuschung erlebt.

Wir empfinden Enttäuschungen gerade da als schmerzhaft, wo man sich gegenseitig schätzt. Wer mir egal ist, kann mich nur selten enttäuschen. Von dem erwarte ich ja sowieso nichts. Aber wenn mir an jemanden etwas liegt und diese Person sich anders als erwartet verhält und mir vielleicht sogar bewusst zum Schaden handelt, dann denke ich oder sage ich: „Das hätte ich nicht gedacht! Wie konnte der oder die nur!“ Denn besonders schwer wiegen Enttäuschungen, wenn Menschen, denen man vertraut, einen verraten. Da kann man nicht gleich zur Tagesordnung übergehen. Alles hat seine Zeit (Prediger 3,17), und auch Enttäuschungen brauchen ihren Raum. Aber es wichtig, nicht in Verbitterung und Zynismus zu verfallen oder aus Angst vor erneuter Enttäuschung keine Erwartungen oder kein Vertrauen mehr zu haben. Mark Twain sagte einmal: „Enttäuschungen sollte man verbrennen und nicht einbalsamieren’’. Das bedeutet, sie sollen von uns nicht künstlich und über Gebühr am Leben erhalten werden. Es ist wichtig, dass wir Erwartungen und Hoffnungen haben. Erwartungen zu haben, ist ein Zeichen von Lebendigkeit. Deshalb sind enttäuschte Erwartungen immer auch in dem Sinne positiv, dass sie eben dies zeigen: Ich bin nicht erwartungslos. Denn das wäre mit das Schlimmste, was uns passieren kann: keine Erwartungen mehr zu haben. Null-Erwartung kann nicht die Antwort auf enttäuschte Erwartungen sein. Ein Spruch aus einem Paulusbrief ermutigt, sich nicht von Enttäuschungen niederdrücken zu lassen. „Gott hat uns nicht den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7).

Dr. Andrea Schrimm-Heins ist Frauenbildungsreferentin und Leiterin der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

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