• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Spargel

Gleich drei Bettdecken für eine zeitige Ernte

13.04.2017

„Mit dem Stechen des ersten Spargels kommt er bei uns täglich auf den Tisch“, sagt Andreas Döpke, der wie seine Frau Neele und die Kinder Ben und Pia nicht genug bekommen kann von dem königlichen Gemüse. Zum Glück beginnt die Ernte bei den Döpkes ziemlich früh, durch die zusätzliche Unterstützung von Folie, Vlies und Tunnel sogar bis zu drei bis vier Wochen eher als unter natürlichen Bedingungen. Auch nach dem offiziellen Ende an Johanni wird sie noch um gut eine Woche bis Ende Juni verlängert. Ideal also für alle Genießer.


Für eine gute Ernte

Insgesamt 30 Hektar bewirtschaftet die Familie, neben Spargel auch mit Erdbeeren. Davon werden zehn Hektar für den weißen Spargel genutzt und ein Hektar für den grünen. „Da wird in den kommenden Jahren aber noch mehr drin sein“, so der Gemüsebauer, der den Trend erkannt hat. „Immer mehr unserer Kunden möchten zusätzlich auch grünen Spargel kaufen.“

Sechs bis sieben Jahre kann auf einem Feld der Spargel voll geerntet werden, danach werden die Stangen immer dünner. Also wird alles gefräst und etwas Neues angebaut. „Zumeist Erdbeeren, im Verbund mit anderen Landwirten aber auch Mais und Getreide.“ Gleichzeitig werden auf einem anderen Feld, das jahrelang anderweitig bewirtschaftet wurde, wieder die zarten, von einem Vermehrungsbetrieb stammenden „Kronenpflänzchen“ 15 bis 20 cm tief in die Erde gesetzt. Im ersten Jahr geht es einfach nur darum zu wachsen, viele Verzweigungen und ordentlich Grünmasse zu bilden. Im Herbst wird dann das Kraut wieder in den Boden eingearbeitet. Im zweiten Jahr werden dann die Dämme gebaut. Auch jetzt befindet sich der Spargel in der Wachstumsphase und wird etwa 1,30 Meter hoch. Im dritten Jahr können erstmals einige wenige Stangen genossen werden, ab dem vierten findet dann die vollständige Ernte statt.


Starke Unterstützung

In der Saison werden zusätzlich hundert Mitarbeiter eingestellt, dazu etwa 80 Erntehelfer aus Polen, die allesamt auch auf dem Hofgelände wohnen. Rund um die Uhr sind sie auf den Feldern im Einsatz. Unterstützung gibt es durch eine Spargelspinne, die die Abdeckungen anhebt und nach dem vorsichtigen Stechen wieder ablegt. Danach wird der Spargel im Kühlraum mit Eiswasser heruntergekühlt. Bereits ab 3 Uhr in der Nacht läuft die computergestützte Sortiermaschine auf Hochtouren: Hier wird der Spargel gewaschen und nach Stärke und Farbe unterteilt. Um sechs Uhr verlassen die ersten Lieferungen den Hof und werden zu den hauseigenen Verkaufsständen und den Gastronomen gebracht. Bis zu 70 000 Kilogramm Rohware werden in einer Saison geerntet, wovon etwa 30 Prozent auf Abfall wie die unteren Enden oder Bruch entfallen.



Ein gutes Miteinander

Der direkte Kontakt zum Endverbraucher war Andreas Döpke immer wichtig. Schon seine Eltern haben neben der Landwirtschaft eine Gastwirtschaft samt Viehwaage und Poststation direkt in Varrelbusch betrieben. Im Zuge der Aussiedlung der landwirtschaftlichen Flächen im Jahre 1968 ging es dann auf die andere Seite der Bundesstraße. „Nur hier war es möglich, eine so große zusammenhängende Fläche zu bekommen, was das Arbeiten mit Schleppern und anderem technischen Gerät sehr erleichtert.“ Ursprünglich wollte er gar nicht Bauer werden, hatte keine Lust darauf, relativ anonym seine Produkte an die Genossenschaft zu verkaufen. Dann die Idee mit der Direktvermarktung am Hof und in der Saison an insgesamt bis zu 20 Straßenständen in der Region, dazu dann noch das 1999 eröffnete Restaurant. „Hiermit können wir uns ganz klar identifizieren und haben neben der Landwirtschaft sogar wieder eine Gastwirtschaft“, sagt Andreas Döpke schmunzelnd.


Schlemmertipp der Familie Döpke: Spargeltoast

Dazu zwei Scheiben Toast mit Kochschinken und mehreren Stangen gekochtem Spargel belegen. Darüber ein wenig Sauce Hollandaise geben und alles mit Käse überbacken. Guten Appetit!

Weitere Nachrichten:

Frischehof

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.