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NWZonline.de Spargel

Mit Kamera und Bürste

22.04.2015

Gerade erst sind die ersten Kisten geliefert worden – frisch vom Feld und noch voll sandiger Erde. Daher ist erst einmal eine grobe Reinigung nötig. „Der Spargel wird gleich weiter verarbeitet, damit er nicht austrocknet“, erklärt Klaus-Dieter Ulrich vom Hof Ulrich in Dötlingen. Punkt 9 Uhr geht es dann auch los. Männer und Frauen verteilen sich an der mehrere Meter langen Spargelproduktionsanlage, die gespickt ist mit technischen Raffinessen. Auch eine Kamera und ein Computer helfen fleißig mit, damit jede Stange ihren Platz findet. „In der Saison bei gutem Wetter gehen hier ungefähr 900 Kilogramm pro Stunde übers Band, bei den jetzigen Temperaturen sind es nur etwa 250“, sagt Klaus-Dieter Ulrich.

Das Rüttelband sorgt für den notwendigen Abstand zwischen kleinen und großen Stangen, die in kleine Fächer weiterwandern. Dort werden die Stangen so gelegt, dass das Messer die richtige Schneidehöhe trifft – immerhin soll der Spargel eine einheitliche Länge haben.

Mit Bürsten und Düsen wird der Spargel mehrfach von allen Seiten gereinigt. Davor werden jedoch detaillierte Kameraaufnahmen von jeder Stange gemacht: Ungefähr 20 Sortierungen ergeben sich so, je nach Gewicht, Färbung oder Krümmung. Jumbo oder Pietsche (die dünnsten Stangen) – alles findet sich in Zahlen auf dem Display wieder. Durch das computergesteuerte System können die Stangen automatisch dem richtigen, mit Wasser gefüllten Behälter zugeordnet werden, von wo aus die Stangen sorgfältig per Hand in Kisten gepackt werden.

Danach wird der Spargel noch einmal gründlich gewaschen und bei 0,2 Grad schockgekühlt. Anschließend wird er in verschiedenfarbigen, für die einzelnen Lieferungen gut erkennbaren Kisten verstaut. Nun geht es weiter auf den zu Marktständen, Restaurants und auf den Oldenburger Großmarkt.


Farbenvielfalt


Auf rund 22 Hektar baut der Hof Ulrich Spargel an. Davon sind 0,4 Hektar dem grünen Spargel gewidmet. Auch gibt es eine weitere kleine Kostbarkeit: violetter Spargel. „Den bauen wir allerdings bislang auf nur fünf Metern an“, sagt Klaus-Dieter Ulrich lachend. Klar, dieser Spargel besitzt noch keinen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Sein nussiges Aroma versprüht er nur als Rohkost, am besten im Salat. Probieren lohnt sich!

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