Al-Wakra (dpa) - Angesichts der vieldiskutierten Vorgeschichte mit dem denkwürdigen WM-Duell 2010 nimmt Ghanas Nationaltrainer Otto Addo vor dem Spiel gegen Uruguay den Druck von seiner Mannschaft. «Es ist kein normales Spiel aufgrund dessen, was die Öffentlichkeit daraus macht», sagte der 47-Jährige.

«Aber für mich ist es ein normales Spiel. Wir wollen gewinnen und uns für das Achtelfinale qualifizieren. Was 2010 passiert ist, ist sehr traurig, auch ich war damals sehr traurig. Aber wir können es nicht mehr ändern.» Ghana trifft am Freitag (16.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) auf Uruguay und hat als Gruppenzweiter beste Chancen auf das Achtelfinale.

Die beiden Nationen waren im Viertelfinale der WM in Südafrika aufeinandergetroffen. Uruguays Stürmer Luis Suarez rettete Sekunden vor dem Abpfiff der Verlängerung mit der Hand auf der Linie. Den folgenden Strafstoß vergab Asamoah Gyan und Ghana scheiterte im Elfmeterschießen. Für viele Menschen ist dieses Spiel heute noch sehr präsent und für sie der größte Skandal im Fußball. Suarez wurde am Donnerstag von einem Journalisten aus Ghana mit den Worten konfrontiert, dass viele Menschen in der Heimat ihn für den Teufel persönlich halten.

Diese Emotionen werden am Freitag im Al-Dschanub Stadion wohl wieder hochkommen. Diesmal könnte Ghana ein Punkt zum Weiterkommen genügen. «Uruguay muss gewinnen. Es gibt für sie einfach keine andere Option, als anzugreifen. Das ist eine Chance für uns, denn es werden sich Lücken ergeben», sagte Addo. Uruguay ist mit einem Punkt und null Toren Letzter der Gruppe H.

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