Abu Samra (dpa) - Für Belgiens Nationaltrainer Roberto Martínez steht auch für das entscheidende Vorrundenspiel gegen Vize-Weltmeister Kroatien ein großes Fragezeichen hinter einem Einsatz von Romelu Lukaku in der Startelf.

«Im Moment würde ich sagen, dass er keine 90 Minuten spielen kann», sagte Martínez im Interview der Zeitung «De Standaard».  Nach Angaben des Spaniers sei es sein Plan gewesen, den lange verletzten Stürmer von Inter Mailand für das dritte Gruppenspiel am Donnerstag (16.00 Uhr/ARD und Magenta TV) fit zu bekommen. Lukaku war bereits beim 0:2 gegen Marokko für gut zehn Minuten eingewechselt worden.

«Wir sind also dem Zeitplan voraus, aber die nächsten Tage werden zeigen, wie viele Minuten er bewältigen kann», sagte Martínez weiter. Demnach habe der 29 Jahre alte Lukaku «nach seiner Einwechslung keine Reaktion» gespürt.

Martínez räumte nach der Niederlage gegen Marokko - der ersten WM-Vorrundenniederlage für Belgien seit 28 Jahren - ein, auch falsche Entscheidungen getroffen zu haben. «Eine Bewertung möchte ich erst nach dem Turnier abgeben. Wann das ist, wissen wir heute noch nicht», sagte der Spanier indes. Berichte über Zerwürfnisse im Team der Belgier wies Martínez indes zurück. 

Aussprache soll Wende bringen

Nach einer deutlichen Aussprache im Mannschaftskreis soll nun alles besser werden. «Das war ein guter Austausch zwischen den Spielern. Dabei kam vieles auf den Tisch. Jetzt bereiten wir uns auf den Sieg gegen Kroatien vor», sagte Kapitän Eden Hazard. «Ich glaube nicht, dass es mein letztes Match ist. Wir sind da, um zu gewinnen. Wir müssen uns mehr füreinander anstrengen. Das wird den Unterschied machen. Daran müssen wir arbeiten», sagte Hazard. 

Sein Team war bei der WM vor allem durch Einzelaktionen aufgefallen. Dass das Team zerstritten sei, wiesen sowohl Hazard als auch dessen Club-Kollege Thibaut Courtois aber zurück. «Da werden viele Lügen verbreitet», befand der Welt-Torhüter Courtois.

Die französische «L'Equipe» hatte berichtet, dass es in der Kabine nach dem 0:2 gegen Marokko fast zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen wäre und dass etwa Hazard und Abwehrspieler Jan Vertonghen Kopf an Kopf gestanden hätten. Dies dementierte Courtois. «Da war nichts. Das wird von außen konstruiert, das schweißt uns nur mehr zusammen», sagte der Real-Keeper. Und Hazard witzelte: «Ich werde nicht mit ihm kämpfen, er ist größer als ich.» 

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