Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Fußball Investoren-Deal: Zustimmung für neues Votum bei DFL wächst

In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Proteste gegen einen Investoren-Einstieg bei der DFL.

In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Proteste gegen einen Investoren-Einstieg bei der DFL.

Uwe Anspach/dpa

Berlin (dpa) - In der hitzigen Debatte um den Investoren-Einstieg bei der Deutschen Fußball Liga mehren sich die Befürworter für eine weitere Abstimmung unter den Clubs. Der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach machten als nächste DFL-Mitglieder ihren Willen zu einem neuerlichen Votum über den möglichen Milliarden-Deal öffentlich.

DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke hatte zuvor via «Bild» ein Entgegenkommen in der Frage signalisiert. «Wir als Präsidium haben ein bindendes Abschluss-Mandat erteilt bekommen. Aber wenn wir das Gefühl haben, dass die Mehrheit das im März nicht mehr will, werden wir unser Votum sicher nicht gegen deren Willen geben», sagte Watzke.

Angesichts heftiger Fanproteste gegen das Vorhaben waren Ligaverband und Clubs zuletzt stark unter Druck geraten. Der Beschluss vom 11. Dezember 2023 für ein Verhandlungs- und Abschlussmandat stehe «auf einem sehr fragilen Fundament», schrieb die Geschäftsführung des 1. FC Köln in einem Brief, der auch an die 35 weiteren in der DFL organisierten Clubs ging.

Weitere Clubs fordern neue Abstimmung

Die FC-Spitze kündigte einen Antrag an, durch den die DFL-Führung von der Verpflichtung zum Abschluss des Geschäfts entbunden und die Entscheidung über den Investoren-Einstieg an die Clubs zurückgehen würde. Der FC St. Pauli habe einen entsprechenden Vorschlag bereits am 19. Dezember auf einer DFL-Präsidiumssitzung unterbreitet, wie es im Blog «MillernTon» hieß. Auch eine Reihe anderer Vereine wie der VfB Stuttgart, Hansa Rostock und der 1. FC Union Berlin haben bereits eine neuerliche Abstimmung ins Gespräch gebracht.

Bei dem geplanten Geschäft will die DFL für eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen von einem Finanzinvestor eine Milliarde Euro kassieren. Bei der Abstimmung der 36 Proficlubs über den Deal war die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit nur knapp zustande gekommen.

Wegen des Beschlusses war es an den vergangenen Spieltagen in vielen Stadien zu Protesten der organisierten Fanszene gekommen, einige Partien standen kurz vor dem Abbruch. «Ich bitte die Fan-Szenen an dieser Stelle, den Eskalationspunkt nicht weiterzutreiben», sagte Liga-Boss Watzke und erneuerte ein Gesprächsangebot an die Fans. «Wir müssen uns alle unserer Verantwortung für den deutschen Fußball bewusst sein. Bringt man ein Spiel zum Abbruch, schadet man massiv dem eigenen Verein», mahnte Watzke.

Geheime Abstimmung heizt Kritik an

Für großen Unmut sorgte in der Fanszene besonders die umstrittene Rolle von Geschäftsführer Martin Kind von Zweitligist Hannover 96 und der Verdacht, dass bei seinem Votum in der Investorenfrage ein Verstoß gegen die 50+1-Regel vorgelegen haben könnte. Die 50+1-Regel soll im Kern eine Stimmenmehrheit von Investoren an den Kapitalgesellschaften von Vereinen verhindern.

Hannovers Vereinsführung hatte Kind angewiesen, gegen den Investoren-Einstieg zu stimmen. Das Abstimmungs-Ergebnis und die öffentlichen Bekenntnisse von Antragsgegnern lassen jedoch darauf schließen, dass Kind mit Ja gestimmt und dem DFL-Plan damit zur nötigen Mehrheit verholfen hat.

Die geheime Abstimmung und die Unklarheit über das Votum einzelner Teilnehmer heizte die Kritik und die Fanproteste an. «Wenn es aber vor allem dieser Punkt ist, an dem sich die Gemüter so reiben, dann haben wir auch kein Problem damit, noch einmal darüber abzustimmen, ob wir das DFL-Präsidium von dem im Dezember erteilten Abschluss-Mandat entbinden wollen - und diese Abstimmung offen, transparent und für jedermann nachvollziehbar zu gestalten», ließ sich Borussia Mönchengladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers nun zitieren.

CVC einzig verbliebener Verhandlungspartner der DFL

Die heikle Debatte um die Abstimmung vom Dezember bereitet auch dem DFB-Präsidenten Sorge, «weil allein der Verdacht, es könnte in diesem Zusammenhang zu einem Verstoß gegen die 50+1-Regel gekommen sein, die Reputation des Fußballs in Deutschland gefährdet», wie Bernd Neuendorf sagte. Die 50+1-Regel garantiere, dass die Bundesliga nicht zum Spielball von Geldgebern werde. «Wir alle wollen den Fußball weiterentwickeln - auch wirtschaftlich. Aber das muss mit Augenmaß geschehen», sagte Neuendorf.

Einziger verbliebener Verhandlungspartner der DFL für den erhofften Deal ist das Unternehmen CVC. Der US-Finanzinvestor Blackstone hatte sich am Dienstag etwas überraschend aus dem Bieterverfahren zurückgezogen. Die Fans hatten dies als Zwischenerfolg für ihren Widerstand gefeiert.

DFL-Aufsichtsratschef Watzke versicherte, dass CVC «null Einfluss» auf wesentliche Fragen beim Ligaverband erhalten werde. «Es wird keine neuen Anstoßzeiten und nichts dergleichen mit uns geben», sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund. CVC habe auch «alle unsere roten Linien akzeptiert» und wolle «nicht im Ansatz unseren Fußball reformieren».

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Mit zurzeit 51 Rudeln, vier Paaren und drei Einzelwölfen gilt Niedersachsen als Wolfsland. Die Gerichte haben hohe Hürden für einen Abschuss von Problemwölfen aufgebaut.

GERICHT ERHÖHT HÜRDEN Darum werden derzeit keine Problemwölfe in Niedersachsen getötet

Stefan Idel Büro Hannover
Lüneburg
Führungswechsel bei der GSG Oldenburg, Daniel Jirzik wird neuer Geschäftsführer der GSG (v.l): Michael Thanheiser, OB Jürgen Krogmann, Daniel Jircik, Stefan Könner

FORMALER FEHLER BEI FÖRDERMITTELN Neuer GSG-Geschäftsführer in Stendal fristlos entlassen

Thomas Husmann
Oldenburg
Kommentar
Einweihung der Fahrradstraße mit prominenten Gästen (von rechts vorn): Zwischenahns Bürgermeister Henning Dierks, CDU-Landtagsabgeordneter Jens Nacke, Olaf Lies, Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, die Ammerländer Landrätin Karin Harms und SPD-Landtagsabgeordneter Björn Meyer Ende April.

FÖRDERUNG DES FAHRRADVERKEHRS Entwicklungsland Deutschland

Michael Sommer
So sieht einer der zehn neuen Operationssäle im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg aus.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS OLDENBURG Mehr Operationen, Jobs und Patienten – EV nimmt zehn neue Operationssäle in Betrieb

Anja Biewald
Oldenburg
Spannender Lesestoff auf über 50 Seiten: Die erste Ausgabe des neuen Magazins „Tatort Nordwesten“ ist ab sofort erhältlich. Als ePaper kostet das Magazin 5,90 Euro.

TRUE-CRIME-HEFT „Tatort Nordwesten“ als Magazin in Geschäftsstellen und Shop erhältlich

Nicolas Reimer
Im Nordwesten