Herning (dpa) - Ingrid Klimke hat sich im dänischen Herning einen Traum erfüllt. Die seit vielen Jahren in der Vielseitigkeit erfolgreiche Reiterin ritt am Wochenende erstmals bei einer Dressur-WM und gewann mit der deutschen Mannschaft die Bronze-Medaille.

Nun droht sie aber ausgerechnet in diesem Jahr die WM in ihrer eigentlichen Disziplin zu verpassen, in der sie die erfolgreichste Reiterin der Welt ist.

«Ich brauche ein Quäntchen Glück, dass ich da noch reinrutsche», sagte Klimke. Derzeit liegen mindestens sechs Paare vor Klimke und Siena just do it. Ihre Vielseitigkeits-Kollegen reiten von Donnerstag an im französischen Haras du Pin die letzte WM-Sichtung. Für Klimke ist das angesichts der Dressur-WM nicht machbar, weshalb sie eine Woche später noch einen Test im belgischen Arville absolviert. Ein Platz für Klimke im WM-Team für Pratoni bei Rom erscheint allerdings derzeit unwahrscheinlich.

«Ich hatte das Pech mit Bobby», sagte die 54-Jährige aus Münster. Ihr bisheriges Toppferd Hale Bob, mit dem sie unter anderem zwei EM-Einzeltitel gewonnen hatte, wurde nach einer Verletzung aus dem Sport genommen. Klimke ist unter anderem auch dank «Bobby» seit vielen Jahren die erfolgreichste Vielseitigkeits-Reiterin der Welt. Bei EM, WM und Olympia sammelte sie insgesamt zehn Goldmedaillen.

Umso schöner für Klimke, dass sie es nun erstmals in der Dressur ins WM-Team geschafft hat. Denn diese Disziplin spielt eine ganz spezielle Rolle in ihrer Familie. Immerhin sechs olympische Goldmedaillen gewann ihr Vater Reiner Klimke, drei davon mit dem berühmten Ahlerich. Der im August 1999 gestorbene Klimke war aber auch in der Vielseitigkeit erfolgreich - wenn auch nicht so sehr wie seine Tochter.

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