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nordwest-zeitung

Olympia «Passt großartig»: Vier Neue und ein Comeback in Tokio

Tokio (dpa) - Skateboarden und Olympia? Das klang am Anfang etwas schräg und wurde in Tokio zu einem echten Erfolg.

Miteinander statt gegeneinander - das Ideal des fairen Umgangs und der Freude für gelungene Aktionen anderer Olympioniken war im Ariake Sports Park allgegenwärtig. Entsprechend zufrieden war IOC-Präsident Thomas Bach vor dem Ende der Olympischen Spiele in Japan nicht nur mit den Bildern von Teenagern auf dem Podest, sondern auch mit den anderen neuen Sportarten Surfen, Klettern, Karate und dem Comeback von Baseball/Softball.

«Passt großartig zusammen»

«Vorher gab es zum Beispiel Zweifel in der Skateboard-Gemeinde und auf unserer Seite. Hier haben wir gesehen: Es passt großartig zusammen», sagte Bach und ergänzte: «Wir haben schon bei den Jugendspielen gesehen, dass die jungen Leute es genießen, Teil von etwas Größerem zu sein.» Die neuen Sportarten seien zudem dafür verantwortlich, dass die Spiele urbaner und geschlechtergerechter sind.

SKATEBOARD

: Die Premiere werden die deutschen Skateboard-Profis so schnell nicht vergessen. Lilly Stoephasius kann sich schon als 14-Jährige Olympionikin nennen, Tyler Edtmayer brach sich im Training den Arm und fuhr mit Gips trotzdem noch auf Platz 15. Die Aufnahme ins olympische Programm ist in der Szene sehr umstrittenen, da man sich in das als antiquiert angesehene System des IOC begeben musste. In Deutschland könnte es den Sport voranbringen. «Wir haben keinen einzigen Skateboard-Park, in dem man vernünftig trainieren kann. Ich fahre nach Österreich, habe mich auf die Spiele in Malmö vorbereitet», sagte Edtmayer.

SPORTKLETTERN

: Mit Manövern in schwindelerregender Höhe und Sprint-Duellen an der Steilwand haben die Sportkletterer eine gelungene Olympia-Premiere gefeiert. Die dröhnende Musik verwandelte den mehrstündigen Wettkampf im Aimo Urban Sports Park in eine Party. Einzig für den Franzosen Bassa Mawem dürfte die Veranstaltung nach seinem Bizeps-Riss in schlechter Erinnerung bleiben. Von der Aufnahme ins olympische Programm waren die Kletterer begeistert - vom Wettkampf-Modus weniger. In Tokio wurden die drei Disziplinen Speedklettern, Bouldern und Lead miteinander kombiniert - Spezialisten mussten zu Allroundern werden. Trotz aller Kritik könnte Olympia den Sport in Deutschland voranbringen.

SURFEN

: Spektakuläre Bilder und spannende Duelle der besten Wellenreiter der Welt: Die Olympia-Premiere des Surfens hielt, was sich die Organisatoren von ihr versprochen haben dürften. Nachdem der einzige deutsche Starter Leon Glatzer und seine Konkurrenten zunächst bei mäßigen Bedingungen trainierten, bescherte die Natur den Sportlern pünktlich zum Wettkampf größere Wellen. Glatzer schied bereits in der zweiten Runde aus, sprach anschließend aber trotzdem glücklich von einer «unglaublichen Erfahrung».

KARATE

: Auch das im Land so beliebte Karate feiert in Tokio seine olympische Premiere, gehört bei den Spielen 2024 in Paris aber schon nicht mehr zum Programm. Umso begehrter sind die Medaillen, die es im ehrwürdigen Kampfsport-Tempel Nippon Budokan zu holen gibt. In der Disziplin Kata stehen Athleten und Athletinnen jeweils einzeln auf der Matte und präsentieren eine Abfolge genau festgelegter Angriffs- und Abwehrtechniken. Beim Kumite kommt es zum Zweikampf mit einem Gegner. Jonathan Horne gehört in dieser Disziplin zu den Besten der Welt. Am Samstag, zum Abschluss der Karate-Wettkämpfe in Tokio, will es der Pfälzer beweisen.

BASEBALL/SOFTBALL

: Von 1996 bis 2008 wurde Softball bei den Sommerspielen gespielt, Baseball war 1992 bis 2008 dabei. In Tokio feierten die beiden in Japan beliebten Disziplinen ihr Comeback im Zeichen der Ringe. Bei den Männern kommen die Olympiasieger entweder aus dem Gastgeberland oder den USA, deren Major League Baseball auch für viele japanische Spieler das große Ziel ist. Das gleiche Duell im Softball-Finale konnten die Japanerinnen zur großen Freude der Fans vor den Fernsehern 2:0 gegen die US-Damen gewinnen.

© dpa-infocom, dpa:210806-99-740979/4

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