Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Streit um Investoren-Einstieg 96-Boss Kind bleibt stur - DFL-Präsidium berät

Der Geschäftsführer von Fußball-Zweitligist Hannover 96: Martin Kind.

Der Geschäftsführer von Fußball-Zweitligist Hannover 96: Martin Kind.

Swen Pförtner/dpa

Berlin (dpa) - Die anhaltenden Proteste und Forderungen nach einer Neuabstimmung über den Investoren-Einstieg im deutschen Profi-Fußball beschäftigen weiter die Deutsche Fußball Liga. Nach dpa-Informationen wird sich das DFL-Präsidium in dieser Woche noch einmal eingehend mit dem laufenden Investorenprozess beschäftigen.

Laut Informationen der «Sport Bild» kommt das Führungsgremium an diesem Mittwoch zusammen, um das weitere Vorgehen in der umstrittenen und seit Wochen heftig diskutierten Causa zu erörtern. Zudem soll es am 28. und 29. Februar zwei Info-Veranstaltungen mit den 36 Erst- und Zweitligisten und im März eine weitere Mitgliederversammlung geben.

Diskutiert wird unter anderem, ob die Abstimmung über den milliardenschweren Einstieg eines Investors wiederholt und dann offen abgestimmt wird. Hannover 96-Boss Martin Kind hätte im Falle einer erneuten Abstimmung keine Sorge vor einer öffentlichen Wahl. «Ich bin da offen für, da mache ich mir keine Gedanken zu», sagte Kind in der ARD-Sendung «Hart, aber fair».

Kind äußert sich nicht zu Votum

Die Deutsche Fußball Liga will für eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen von einem Finanzinvestor eine Milliarde Euro kassieren. Bei der Abstimmung der 36 Proficlubs über den Deal war die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit nur knapp zustande gekommen. Aufgrund der umstrittenen Rolle von Hannover-Geschäftsführer Kind steht der Verdacht im Raum, dass bei dem Votum ein Verstoß gegen die 50+1-Regel vorgelegen haben könnte. Die Regel begrenzt den Einfluss externer Geldgeber bei Clubs der ersten und zweiten Liga.

Hannovers Vereinsführung hatte Kind angewiesen, gegen den Investoren-Einstieg zu stimmen. Das Abstimmungsergebnis und die öffentlichen Bekenntnisse von Antragsgegnern lassen jedoch darauf schließen, dass der 79-Jährige mit Ja gestimmt und dem DFL-Plan damit zur nötigen Mehrheit verholfen hat.

Kind selbst äußert sich nicht zu seinem Votum. Auch in der Sendung am Montagabend verriet er trotz mehrmaliger Nachfragen nicht, wie er abgestimmt hat. «Ich lehne das ab», sagte Kind zur Vorgehensweise anderer Clubs, die nach der geheimen Abstimmung ihr Votum veröffentlicht hatten.

Kritik am Schweigen

Thomas Kessen vom Fanverband «Unsere Kurve» kritisierte Kind für sein andauerndes Schweigen. «Herr Kind hat eigentlich gerade die Möglichkeit, sehr einfach sehr viel Schaden vom deutschen Fußball abzuwenden», sagte Kessen. Hinter den Protesten der Anhänger stünde schließlich vor allem, dass die demokratische Akzeptanz des Abstimmungsergebnisses nicht gegeben sei oder zumindest massiv angezweifelt würde. Kessen warf Kind «Rumeierei» vor.

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert sprach sich für eine erneute und dann öffentliche Abstimmung aus. «Meine Einschätzung, einfach nur als Fan, wäre, dass die Legitimation noch einmal neu hergestellt werden müsste», sagte Kühnert.

Fans in den Stadien protestieren seit Wochen gegen den geplanten Investoren-Einstieg und die Art und Weise des Verfahrens. Immer wieder kommt es daher zu oftmals mehreren Spielunterbrechungen während der Bundesliga-Partien. Einige Begegnungen standen sogar kurz vor dem Abbruch.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Komm in meine Arme: Die B-Juniorinnen der SpVg Aurich – hier im Spiel gegen den VfL Wolfsburg – wollen Sonnabend gegen Mönchengladbach den Grundstein zum Einzug ins Finale legen.

KAMPF UM DEUTSCHE MEISTERSCHAFT Aurichs Fußballerinnen hoffen im ersten Halbfinale gegen Gladbach auf 3500 Fans

Ingo Janssen
Aurich
Drilon Demaj

ALLROUNDER BLEIBT BEI FUSSBALL-REGIONALLIGIST Neu-Stürmer Drilon Demaj verlängert Vertrag beim VfB Oldenburg

Lars Blancke
Oldenburg
Mit zurzeit 51 Rudeln, vier Paaren und drei Einzelwölfen gilt Niedersachsen als Wolfsland. Die Gerichte haben hohe Hürden für einen Abschuss von Problemwölfen aufgebaut.

GERICHT ERHÖHT HÜRDEN Darum werden derzeit keine Problemwölfe in Niedersachsen getötet

Stefan Idel Büro Hannover
Lüneburg
Führungswechsel bei der GSG Oldenburg, Daniel Jirzik wird neuer Geschäftsführer der GSG (v.l): Michael Thanheiser, OB Jürgen Krogmann, Daniel Jircik, Stefan Könner

DANIEL JIRCIK Warum der designierte GSG-Geschäftsführer in Stendaler Unternehmen fristlos entlassen wurde

Thomas Husmann
Oldenburg
Kommentar
Einweihung der Fahrradstraße mit prominenten Gästen (von rechts vorn): Zwischenahns Bürgermeister Henning Dierks, CDU-Landtagsabgeordneter Jens Nacke, Olaf Lies, Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, die Ammerländer Landrätin Karin Harms und SPD-Landtagsabgeordneter Björn Meyer Ende April.

FÖRDERUNG DES FAHRRADVERKEHRS Entwicklungsland Deutschland

Michael Sommer