Doha (dpa) - Für Südkoreas Fußball-Nationaltrainer Paulo Bento wird das entscheidende WM-Gruppenspiel gegen sein Heimatland Portugal zu einer emotionalen Angelegenheit: «Ich denke, ich werde die portugiesische Hymne mitsingen. Ich bin als Portugiese geboren und werde als Portugiese sterben.»

«Ich bin stolz auf meine Nationalität. Das ist für mich normal. Ich bin sehr stolz, diese Spieler für mehr als vier Jahre trainiert zu haben», sagte Bento auf der Pressekonferenz vor dem Aufeinandertreffen am Freitag (16.00 Uhr/MagentaTV).

Zwischen 2010 und 2014 war Bento portugiesischer Nationalcoach. Verlief die EM 2012 mit dem bitteren Halbfinal-K.o. im Elfmeterschießen gegen Spanien noch ordentlich, war bei der WM 2014 bereits in der Gruppenphase Schluss. Unter anderem hatte es ein empfindliches 0:4 gegen Deutschland gegeben. Einige Monate später erfolgte die Vertragsauflösung mit dem Verband.

Ausgerechnet das Duell mit Cristiano Ronaldo und Co. muss Bento von der Tribüne aus verfolgen. Der Coach hatte sich wegen seines lautstarken Protests nach dem 2:3 der Asiaten gegen Ghana eine Rote Karte eingehandelt. «Ich denke nicht, dass es ein Problem wird. Ich habe lange mit den Spielern gearbeitet und der Trainerstab ist auf einer Linie. Sie werden die notwendigen Schritte im Spiel vornehmen», betonte Bento.

Über die portugiesische Auswahl spricht der 53-Jährige in höchsten Tönen. «Wir sind uns bewusst, dass unser Gegner ein starkes Team mit großer Qualität hat, sowohl individuell als auch als Kollektiv. Das ist eine der besten Generationen des portugiesischen Fußballs», sagte Bento, der übrigens seine Nationalmannschaftskarriere als Spieler bei der WM 2002 nach einem 0:1 gegen Gastgeber Südkorea und dem dadurch besiegelten Vorrunden-Aus beendete.

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