Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Trotz Rassismusvorwürfen Schiedsrichter Marciniak leitet Champions-League-Finale

Leitet das Champions-League-Finale am 10. Juni: Der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak.

Leitet das Champions-League-Finale am 10. Juni: Der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak.

Tom Weller/dpa

Nyon/Warschau - (dpa) - Trotz der Vorwürfe einer Anti-Rassismus-Gruppe wird der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak das Champions-League-Finale leiten. Die Europäische Fußball-Union UEFA nahm eine Entschuldigung und Klarstellung des 42-Jährigen an und bestätigte ihn als Referee des Endspiels. Am 10. Juni in Istanbul treffen dort Manchester City und Inter Mailand aufeinander.

Der Verein «Nie wieder» hatte den Schiedsrichter zuvor aufgefordert, sich von «rechtsextremen Aktivitäten» zu distanzieren. Im Kern ging es um die Teilnahme Marciniaks an einer entsprechenden Veranstaltung des Politikers Slawomir Mentzen von der rechtsnationalen und euroskeptischen Partei «Konfederacja». Marciniak schrieb, wäre ihm der Bezug klar gewesen, hätte er die Einladung kategorisch abgelehnt.

«Ich möchte mich aufrichtig für meine Beteiligung und den dadurch verursachten Ärger oder Schaden entschuldigen», sagte Marciniak in dem UEFA-Statement. Er sei in die Irre geführt worden und sich der wahren Natur der fragwürdigen Veranstaltung am 29. Mai in Kattowitz nicht bewusst gewesen. «Ich hatte keine Ahnung, dass sie mit einer polnischen rechtsextremen Bewegung in Verbindung stand.»

Marciniak hatte an der Wirtschaftskonferenz «Everest» als Gastredner teilgenommen. Zu den Organisatoren der Veranstaltung gehörte auch Mentzen, einer der Chefs der rechtsnationalen Partei «Konfederacja». «Wir wollen keine Juden, Homosexuellen, Abtreibung, keine Steuern und keine EU» - so hatte Mentzen 2019 das Programm seiner Partei zusammengefasst. 

Die UEFA hat die Vorwürfe sorgfältig geprüft

Zuvor hatte der polnische Fußballverband den Referee wegen seiner Teilnahme an dem umstrittenen Event bereits in Schutz genommen. In der Erklärung hieß es, Marciniak habe auf dem Wirtschaftstreffen einen 40-minütigen Vortrag zu Motivation gehalten. Er kenne Mentzen nicht und habe mit ihm auch nicht gesprochen.

Die UEFA erklärte, die Vorwürfe seien mit größter Ernsthaftigkeit geprüft worden. Man habe sich zudem an den Verein «Nie wieder» gewandt, hieß es weiter. Demnach soll auch «Nie wieder» nun zum Schluss gekommen sein, dass Marciniak Schiedsrichter des Endspiels bleibt. «Sie forderten, dass Herr Marciniak in seiner Rolle als Schiedsrichter für das bevorstehende UEFA-Champions-League-Finale bleiben solle, da sein Ausschluss die Bemühungen gegen Antidiskriminierung untergraben würde.» 

Eine nähere Begründung dazu lieferte die UEFA nicht. Marciniak selbst hob sein Engagement im Kampf gegen Diskriminierung im Fußball hervor. Er verpflichte sich, aus dieser Erfahrung zu lernen, damit es ihm in Zukunft nicht mehr passiere.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Verfolgt seinen Plan: Oldenburgs Cheftrainer Pedro Calles (links) spricht mit Deane Williams.

VOR AUSWÄRTSSPIEL IN ULM Baskets-Coach Pedro Calles blendet Rennen um Platz acht aus

Niklas Benter
Oldenburg
Meinung
Landwirte protestieren am Rande einer Veranstaltung der Grünen. Die Ampel zieht viel Kritik auf sich.

FORDERUNGSKATALOG AUFGESTELLT Darum sind die Landwirte weiterhin wütend auf die Politik

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Ein Mann zündet sich einen Joint an. In der Umgebung von Schulen und Spielplätzen ist das Kiffen in Niedersachsen weiterhin verboten. Doch wer kontrolliert die Einhaltung?

TEIL-LEGALISIERUNG IN NIEDERSACHSEN Städte und Gemeinden fordern Klarheit und Unterstützung bei Cannabis-Kontrollen

Christina Sticht (dpa)
Hameln
Nach zwei Kellerbränden sucht die Polizei Wilhelmshaven nun Zeugen.

KELLERBRÄNDE IN WILHELMSHAVEN Treibt schon wieder ein Brandstifter sein Unwesen?

Stephan Giesers
Wilhelmshaven
Die AfD hatte bereits Anfang Februar zu einem Bürgerdialog ins Schortenser Bürgerhaus eingeladen, draußen versammelten sich mehrere Hundert Personen zu einer Gegendemo.

SCHORTENSER DEMOKRATIE-FEST ABGESAGT Nun übernehmen Antifa, Jusos und Fridays for Future

Oliver Braun
Schortens