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NWZonline.de Sport

1:2 - VfB verpasst Aufstieg - Randale nach dem Spiel

07.06.2009

OLDENBURG Riesenenttäuschung beim VfB Oldenburg: Durch eine 1:2 (0:1)-Niederlage im alles entscheidenden Rückspiel der Relegation zur Regionalliga Nord gegen den Goslarer SC hat die Mannschaft von VfB-Trainer Joe Zinnbauer den Aufstieg in die Vierte Liga verpasst. Das Hinspiel hatte der VfB vor einer Woche im Harz mit 1:0 gewonnen – wegen der mehr erzielten Auswärtstore steigt nun das GSC-Team auf.

Überschattet wurde die Partie von übler Randale nach dem Schlusspfiff. Ordner und Polizeikräfte hatten bis 20 Minuten nach Spielende alle Hände voll zu tun, die Situation im Stadion zu entschärfen.

VfB-Spiel endet mit Randale

Bilder von der Randale

Bilder vom Spiel

Vor offiziell 11.740 Fußball-Fans, die im Oldenburger Marschwegstadion in der regulären Spielzeit für eine imposante Kulisse gesorgt hatten, ging es von Beginn an in den Zweikämpfen voll zur Sache. Nach einem Außenrist-Schuss von Goslars Karol Szweda, den VfB-Torwart Christian Meyer sicher parierte (7.), hatte der VfB seine erste Chance durch Sebastian Ghasemi-Nobakht. Der Stürmer brachte GSC-Torwart Lars Möhlenbrock mit einem Freistoßhammer aus 35 Metern in leichte Verlegenheit (8.).

Doch die Partie blieb wegen der vielen Spielunterbrechungen nach Foulspielen zerfahren – und arm an Höhepunkten. Während der VfB nur bei Standards Gefahr ausstrahlte und gegenüber der engagierten Leistung im Hinspiel nicht wiederzuerkennen war, versuchten es die Gäste vornehmlich über die linke Angriffsseite und den sehr agilen Szweda.

In der 30. Spielminute dann der Schock für den VfB, der sich – vielleicht auch angesichts des Hinspielsieges – viel zu sehr aufs Reagieren statt aufs Agieren verlegt hatte. Nach einem Freistoß von der Eckfahne war ausgerechnet der ehemalige VfBer Boris Fischer zur Stelle. Sein Kopfball senkte sich unhaltbar ins lange Eck. Damit hatten die Goslarer die Hinspielniederlage egalisiert.

Die Oldenburger brauchten länger, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Goslar wirkte spritziger, entschlossener und gewann die meisten Zweikämpfe. Die Führung der Gäste zur Halbzeitpause war verdient.

Nach einer Kabinenansprache im oberen Dezibelbereich von Zinnbauer spielte der VfB nach Wiederbeginn wie aufgedreht. Zunächst übersah Jonas Wangler bei einem Konter, dass der GSC-Keeper zu weit aus seinem Kasten geeilt war. Statt aufs verwaiste Tor zu schießen, holte er zumindest noch eine Ecke heraus (49.). Nach diesem Eckball setzte Matthias Deumelandt das Kunstleder an den Außenpfosten (50.).

Dann war es soweit. Frenetisch bejubelt von den VfB-Fans war abermals Deumelandt bei einer zielgenauen Hereingabe am höchsten gestiegen und hatte per Kopf den Ausgleich zum 1:1 (51.) erzielt. Anschließend war er von seinen Teamkameraden kaum noch einzufangen und ließ sich vor der Haupttribüne feiern.

Der VfB war nun am Drücker – wohl wissend, dass bei einem weiteren Treffer der Gäste, Goslar in die Regionalliga aufsteigen würde. Nach einem Hackentrick von Deumelandt zog Ghasemi-Nobakht aus zehn Metern ab. GSC-Torwart Möhlenbrock warf sich in den Ball, der danach in Richtung Torlinie trudelte und von Alexander Scheinpflug im letzten Moment noch zur Seite gedroschen wurde (67.).

Doch Goslar schlug zurück. Nachdem der VfB den Ball nicht aus dem Strafraum bekommen hatte, war in Benjamin Doll der nächste ehemalige VfBer im GSC-Dress zur Stelle und überwand VfB-Keeper Meyer – 1:2 (71.).

Nun benötigten die Oldenburger unbedingt noch ein Tor. Aber Möhlenbrock konnte einen Kopfball von Deumelandt nach einer kurz ausgeführten Ecke parieren (75.). Zinnbauer setzte nach einem Lattentreffer des Goslarers Andreas Binder (82.) alles auf eine Karte und in Mascholino Dusbaba seinen letzten Stürmer auf der Bank für Abwehrspieler Alexander Burgardt ein.

Doch im Offensivspiel der VfBer, das eigentlich nur auf lange Bälle in die Spitze ausgelegt war, fehlte es an Präzision. Die einzige Chance resultierte noch aus einem Verzweiflungsschuss von Robert Littmann aus 35 Metern, der knapp über das Tor (88.) ging. Auch in der vierminütigen Nachspielzeit fiel kein weiterer Treffer mehr – obwohl selbst VfB-Torhüter Meyer mit in den gegnerischen Strafraum geeilt war.

Unmittelbar nach Spielschluss eskalierte die Situation dann urplötzlich auf dem Spielfeld. Dies hatte mehrere Gründe: So geriet ein Fotograf mit einem Goslarer Akteur aneinander und kam es zur Rudelbildung zwischen einigen Spielern beider Teams. Vor allem aber versagte der Ordnungsdienst im Stadion im Zusammenspiel mit der Polizei. Durch zwei fahrlässig geöffnete Fluchttore stürmten zeitgleich etwa 30 frustrierte Randalierer aus dem Oldenburger Block auf den Platz und lieferten sich mit Goslarer Spielern eine Massenschlägerei – auch VfB-Akteure, die zum Teil schlichten wollten, waren involviert.

Auch das zunächst deutlich zu geringe Aufgebot an Polizeikräften konnte die Situation nicht schnell genug deeskalieren. Anlass war der Versuch der Siegermannschaft, sich vor den 200 mitgereisten Goslarer Anhängern feiern zu lassen.

Aus Sicherheitsgründen wurde die anschließende Ehrung des neuen Niedersachsenmeisters und Aufsteigers Goslarer SC durch das komplett vertretene Präsidium des Bezirks Weser-Ems im Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) nur im Eingangsbereich der Kabinen durchgeführt. Derweil dürfte auf den VfB als platzbauendem Verein wegen der Vorkommnisse eine saftige Geldstrafe zukommen.

Stimmen zm Spiel:

Joe Zinnbauer (VfB-Trainer): Es gehört zum Sport, dass es einen Verlierer geben muss – heute sind das wir. Goslar hat in der ersten Halbzeit verdient geführt. Wir haben das Spiel erst in der zweiten Hälfte angenommen, schaffen dann den Ausgleich und geraten durch einen dummen Standard wieder in Rückstand. Für mich, für den Verein, für alle Betreuer ist das schon ein Jammer. Der VfB hat dennoch eine gute Saison gespielt, wird jetzt ein neues Team aufbauen und in der nächsten Saison wieder angreifen.

Goran Barjaktarevic (GSC-Trainer): In Goslar hat uns der VfB gezeigt, wie man Fußball spielen muss, wenn es um die Wurst geht. Wir mussten daraus lernen und haben das getan. Aber irgendwie freue ich mich nicht so richtig.

Henning Busch
Lokalsport
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2510
Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
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