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NWZonline.de Sport

Schmuggel: 162 Kilo Kaffee in Wirklichkeit reinstes Haschisch

07.04.2011

OLDENBURG Der normale Weg aus dem niederländischen Utrecht nach Skandinavien führt über die Autobahn bis Osnabrück und dann Richtung Norden. Diese Route mochte der 26-jährige Profifußballer aus Litauen aber nicht nehmen. Er wählte in seinem blauen Volvo-Kombi mit schwedischen Kennzeichen eine Strecke, die über einen Kleinst-Grenzübergang bei Neurhede im Emsland nach Deutschland führte.

Der Grund für seinen Umweg: In seinem Kofferraum hatte er vier Reisetaschen mit ungewöhnlichem Urlaubsgepäck dabei. Sie waren prall voll mit flachen Kilopäckchen, professionell eingeschweißt in einer polnischen Original-Kaffeeverpackung. Der Inhalt war jedoch nicht der auf der Tüte angepriesene Kaffee, sondern Haschisch bester Qualität aus der Region Masar-i-Sharif in Afghanistan.

Zwei Beamte der Kontrolleinheit 14 (Papenburg) des Hauptzollamts Oldenburg wurden an dem kleinen Grenzübergang auf den Kombi aufmerksam, verfolgten ihn und baten nach etwa einem Kilometer zur Kontrolle.

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Nein, zu verzollen habe er nichts, meinte der Fußballer hinterm Steuer – wurde dann aber sichtlich nervös, als die Zöllner die Ladefläche genauer inspizieren wollten. Na ja – er habe doch Kaffee im Gepäck, aber nur für den persönlichen Gebrauch gedacht.

Die Zöllner staunten dann nicht schlecht, als sie entdeckten, dass der Kaffee in Wirklichkeit Haschisch der Top-Qualität, sogenannter schwarzer Afghane, war – und zwar in der Rekordmenge von 162 Kilo. Ein Sensationsfund und schwerer Schlag gegen den internationalen Drogenschmuggel.

Am Mittwoch, knappe zwei Wochen nach der Festnahme des Kuriers, berichtete der Zoll in Oldenburg über erste Ermittlungsergebnisse und Hintergründe. Die Zollfahnder fanden heraus, dass es sich bei dem Fall um einen groß angelegten internationalen Schmuggel mit Bezügen nach Litauen, Russland, Skandinavien und Polen handelte.

Geld spielte bei den Vorbereitungen offenbar keine Rolle. So wurde das Schmuggel-Auto zwei Wochen vor dem Einsatz in Schweden gekauft und in den Raum Utrecht gebracht. Einen Tag vor der Schmuggelfahrt reiste der Fußballer zunächst mit dem Schiff nach Kopenhagen, dann per Flugzeug nach Amsterdam, wo er dann den Wagen mit dem Haschisch übernahm.

Vieles, so die Zollfahnder, spreche dafür, dass die russische Mafia beteiligt sei, es gebe aber noch keine genauen Ermittlungsergebnisse. So müssten beispielsweise noch über 5000 SMS-Nachrichten in litauischer Sprache aus dem Mobiltelefon des Kurierfahrers ausgewertet werden. Diese Kurznachrichten allein füllten über 700 Seiten Papier.

Gegen den Drogenfahrer wurde Haftbefehl erlassen. Er muss mit fünf bis sieben Jahren Haft rechnen.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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