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NWZonline.de Sport

Hütter zur Eintracht Siegesserie: "Euphorie nicht bremsen"

25.11.2018

Augsburg (dpa) - Der Genussfaktor bei den Frankfurter Blitzstartern soll auch unter Fußball-Realist Adi Hütter nicht zu kurz kommen. Nach dem sechsten Bundesligasieg in den vergangenen sieben Partien hat sich der Pokalsieger in der Spitzengruppe der Tabelle erstmal festgesetzt.

Und die Frankfurter wollen ihre Festwochen weiter auskosten. "Die Momente genießen wir einfach. Das haben wir uns hart erarbeitet", sagte Hütter nach dem 3:1 (1:0) am Samstag beim FC Augsburg. "Ich steige sicherlich nicht auf die Euphoriebremse, sondern ich lasse die Jungs laufen, wenn sie taktisch diszipliniert sind."

Und wie sie laufen! Und mit welcher Wucht und welchem Tempo! Mal wieder angeführt vom Offensiv-Trio Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic feierten die Hessen ihren neunten Sieg in den vergangenen zehn Pflichtspielen und gewannen dabei auch erstmals in Augsburg.

Die Begeisterung will Hütter nicht dämpfen. Der Nachfolger des zum FC Bayern abgewanderten Niko Kovac kann mit der Euphorie aber umgehen. Schließlich kann sich der Österreicher noch bestens an seinen Holperstart mit der Klatsche im Supercup gegen die Münchner und dem blamablen Aus im DFB-Pokal beim SSV Ulm erinnern.

Ich bin ein Realist", stellte Hütter klar. "Ich vergesse nicht, wo wir herkommen. Ich sage immer wieder gern: Den Ball flach halten." Und das macht Hütter auch in glückseligen Zeiten. "Wir können das in Frankfurt relativ gut einordnen und ich ganz besonders", versicherte der Österreicher, der seine Spieler auch mit seiner Besonnenheit zu überzeugen weiß. "Er strahlt immer eine sehr, sehr große Ruhe aus", bemerkte Außenbahnspieler Danny da Costa. "Das hilft uns ungemein.

Ungemein hilft den Frankfurtern auch das Trio Haller-Rebic-Jovic, das in der Offensive für ständige Unruhe sorgt. Nach nicht einmal einer Minute brachte Jonathan de Guzman die Hessen beim FCA nach einer klugen Vorlage von Haller in Führung. Anschließend mussten die Turbostarter jedoch froh sein, nicht den Ausgleich zu kassieren. Denn Augsburg erspielte sich nicht zuletzt wegen des zu riskanten und fehlerhaften Frankfurter Aufbauspiels viele Chancen, die ein ums andere Mal Nationaltorhüter Kevin Trapp vereiteln konnte.

Sport-Vorstand Fredi Bobic hat sich trotz des Fehlstarts zu keiner Zeit Sorgen um die Eintracht gemacht. "Es wurde eine Panik um uns herumgemacht. Mir ging das rechts und links vorbei", sagte der ehemalige Torjäger am Sonntag in der Sendung "Doppelpass" bei Sport1.

Neben den drei Top-Stürmern sieht Bobic die Ursache für den Aufschwung auch in Trainer Hütter. "Ich bin froh, dass wir uns so entschieden haben", sagte der Sport-Vorstand. Hütter habe nach einem starken Eintracht-Jahr mit dem Pokalsieg kein einfaches Erbe angetreten. "Das zeigt auch seinen Mut, dass er das unbedingt machen wollte", stellte Bobic klar. Auch in der Europa League hat Frankfurt nach vier Siegen bereits das Weiterkommen perfekt gemacht.

Im Moment hat die Eintracht aber auch das nötige Glück. Haller (47.) mit seinem neunten Saisontor nicht einmal zwei Minuten nach Wiederanpfiff und schließlich Rebic (68.) machten die Dienstreise zur Genussfahrt. "Wir versuchen auf keinen Fall auf die Euphoriebremse zu treten. Wenn es läuft, dann läuft's", befand Verteidiger Marco Russ. "Das gibt uns jede Menge Selbstvertrauen. Solange das nicht in Überheblichkeit oder Arroganz ausartet, ist alles okay."

Restlos zufrieden war Hütter mit dem Auftritt allerdings nicht. Schließlich vergaben seine Spieler selbst zu viele Gelegenheiten. "Wir müssen nachher noch die Gier haben, das vierte und fünfte Tor zu machen, dass nicht noch mal Unruhe aufkommt", meinte Sportdirektor Bruno Hübner mit Blick auf die Schlussphase, als die Augsburger nach dem Ehrentreffer von Sergio Cordova (90.) noch einmal Druck machten.

Ihre Erfolgsserie wollen die Frankfurter fortsetzen. "Im Moment haben wir so viel Power und Wucht und Euphorie, dass wir die nutzen müssen, um solange wie möglich vorne dabei zu sein", sagte Hübner. Dagegen hätte auch Gelson Fernandes nichts einzuwenden. So besonnen wie sein Trainer Adi Hütter empfahl der Mittelfeldspieler in den Katakomben des Stadions: "Wir müssen auf dem Boden bleiben, es geht schnell im Fußball."

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