Jever - Die „40“ ist eine Rarität: Die Zahl ist so selten, dass es gar keine Nadeln mit der „40“ darauf gibt. So haben Mechthild und Manfred Froehlich bisher nur eine Urkunde erhalten und sind nun gespannt, ob die passenden Nadeln nachgefertigt werden: Die beiden haben als zweites Tanzpaar in ganz Deutschland zum 40. Mal das Deutsche Tanzsportabzeichen abgelegt.
Zur Abnahme wählten sie die Stätte, wo einst alles begann: Im „Parkhaus“ Moorwarfen, wo der Tanzsportclub Jever 1968 sein Stiftungsfest beging und heute der Tanzzirkel Moorwarfen trainiert, ließen sich die Froehlichs von Wolfgang und Marlies Niemeyer vom Tanzsportclub Grünweiß Varel bewerten. „Ganz ohne Anspannung geht es nie“, meint Manfred Froehlich. Doch am Ende war das Paar erneut erfolgreich.
Eigentlich hatten Mechthild, 75 Jahre alt, und Manfred Froehlich, 81 Jahre alt, vor zwei Jahren dem Tanzsport Adieu gesagt – die beiden wollten sich nach 45 Jahren aktiver Mitgliedschaft im Tanzsportclub anderen Aktivitäten widmen. „Damals hatten wir zum 38. Mal das Deutsche Tanzsportabzeichen abgelegt. Die 40 war nahe. Deshalb haben wir dann beschlossen, sie noch zu erreichen“, erklärt Mechthild Froehlich.
Das Paar fand in Moorwarfen eine neue Trainingsmöglichkeit: Der Tanzzirkel trifft sich alle 14 Tage im „Parkhaus“ zum Trainieren, hauptsächlich Standard- und Latein-Tänze.
„Schöne Füße“
„Beim Tanzen kommt es auf schöne Haltung, elegante und fließende Bewegung und natürlich korrekte Fußarbeit an“, erklärt Manfred Froehlich. 35 Jahre lang waren er und seine Frau als Tanzsporttrainer in Jever aktiv, begleiteten Anfänger, Fortgeschrittene und Turnierpaare, einige bis in die Sonderklasse. Und als Wertungsrichter beurteilte Manfred Froehlich 22 Jahre lang Paare bei Standard- und Lateinturnieren bis in die höchste Klasse.
Die beiden tanzten selbst zuletzt in der höchsten Deutschen Amateurtanzsportklasse und erhielten für ihre Erfolge das Deutsche Tanzsportabzeichen in Silber.
„Schöne Füße“ – davon schwärmen die Froehlichs beide; und meinen damit nicht nur perfekte Fußarbeit beim Tanzen, sondern auch ordentliche und vor allem geputzte Schuhe. Denn natürlich stehen die Füße beim Tanzsport im Fokus. So schauen sich die Froehlichs durchaus auch Tanzsport-Formate im Fernsehen an – „Let’s dance“ zum Beispiel. „Dabei erkennt man sofort, wer tanzsportlich gut ist und wer noch etwas Zeit braucht“, meint Manfred Froehlich. Er freut sich über solche Formate, denn sie können dazu beitragen, dass sich noch mehr Paare für den Tanzsport begeistern.
Für Körper und Geist
„Denn der Tanzsport hat viele positive Auswirkungen“, betont Froehlich: Fitness und Ausdauer gehören genauso dazu wie ein gutes Körpergefühl und Spannung. „Wer dabei noch gut aussieht, Haltung zeigt und Harmonie und Musikalität ausstrahlt, hat auf sportlichem Weg seine Bewegung verfeinert“, schwärmt er.
Und auch dem Kopf tut Tanzen gut: „Tanzen ist eines der besten Trainingsmittel fürs Gehirn“, weiß Froehlich. Hinzu kommt, dass es ein Paarsport ist – beide Partner haben etwas davon und bleiben gemeinsam beweglich und geistig fit.
All das hat die Froehlichs veranlasst, nach ihrem Abschied aus dem Tanzsportclub Jever nun doch weiterzutanzen. Mit der „40“ haben sie nun ihr tanzsportliches Lebenswerk gekrönt.
