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NWZonline.de Sport

„Ich wollte diese Atmosphäre spüren“

13.08.2019
Frage: Hallo Bonnie, die Deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik, die vor gut einer Woche im Rahmen der Finals in Berlin ausgetragen wurden, waren ja die größten Titelkämpfe, an denen Du bisher teilgenommen hast. Wie war das für Dich vor dem 5000-Meter-Wettkampf mit dem ganzen Drumherum, das Du ja in der Form zuvor noch nicht erlebt hast?
Bonnie Andres (19): Im Vorfeld habe ich mich gar nicht so sehr mit dem ganzen Prozedere beschäftigt und bin bewusst erst am Wettkampftag angereist. Aber natürlich war ich trotzdem nervös vor dem Start. Das war schon alles sehr beeindruckend und bombastisch.
Frage: Eine Woche zuvor warst Du noch bei der Jugend-DM in Ulm, wo Du in der U 20 Sechste über 3000 Meter wurdest. Berlin war sicher mehr als eine Kategorie größer ...
Andres: Bei den Jugendmeisterschaften war der Callroom ein Zelt auf einer Wiese in der Nähe der Bahn. In Berlin waren sehr weite Wege zu absolvieren. Vom Warmmachplatz ging es durch einen langen Tunnel zum Callroom, der nicht draußen war, sondern in den Katakomben. Da saßen wir dann, und im Hintergrund hast du die Geräuschkulisse aus dem Stadion gehört. Ich kam mir vor wie im Film. Als ich dann auf der Tartanbahn stand, war die Nervosität so gut wie weg.
Frage: Was sagst Du zu Deiner Leistung? Rang 19 in 16:57,98 Minuten: persönliche Bestzeit beim Höhepunkt des Jahres – besser geht es doch kaum, oder?
Andres: Die neue Bestzeit ist gut, war aber nicht das Wichtigste. Ich wollte diese Atmosphäre spüren, die mit Worten kaum zu beschreiben ist. Läuferisch musste ich in Berlin ja einfach nur hinterherlaufen und zu Beginn aufpassen, mich nicht dazu verleiten zu lassen, ein zu schnelles Tempo anzugehen.
Frage: War Dir in dem Moment bewusst auf welch sporthistorischem Grund Du Dich bewegst? Vor zehn Jahren hatte Usain Bolt hier bei der WM im Olympiastadion seinen 100-Meter-Weltrekord auf die immer noch gültigen 9,58 Sekunden verbessert ...
Andres: Erst im Nachhinein, aber nicht in dem Moment, als ich auf die Bahn kam und die beeindruckende Kulisse sah. Das ist schon echt krass da unten. Ziemlich laut. Man fühlt sich wie im Tunnel.
Frage: Hast Du während des Rennens bewusst wahrgenommen, dass hier nicht nur ein Titel vergeben wurde, sondern Konstanze Klosterhalfen den zwei Jahrzehnte alten deutschen Rekord in 14:26,76 Minuten regelrecht pulverisiert hat?
Andres: Nein. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, meinen eigenen Platz im Lauf zu finden. Natürlich habe ich mitbekommen, dass die Zuschauer regelrecht ausgerastet sind. Vor allem immer dort, wo Koko gerade lief, wurde es besonders laut, auch als sie mich überrundet hat.
Frage: Letztlich wurde nur die zweitplatzierte Alina Reh nicht überrundet. Von Klosterhalfens Zeit hast Du nichts mitbekommen?
Andres: Da ich in einer Gruppe gelaufen bin, musste ich mich schon sehr konzen­trieren, nicht einer anderen Läuferin hintenreinzulaufen. Als Koko ins Ziel lief, hatte ich ja noch fast anderthalb Runden zu laufen. Da hatte ich auf der Anzeigetafel „DR“ gelesen, konnte das in dem Moment aber noch nicht richtig einordnen.
Frage: Hattest Du bei der DM auch Kontakt mit anderen Sportlern?
Andres: Nur mit denen, die ich schon vorher kannte wie zum Beispiel Christina, die ja auch in meinem Lauf war.
Frage: Du meinst Christina Gerdes aus Garrel, die Siebte in 16:26,80 Minuten wurde.
Andres: Ja. Ich habe am ersten Tag aber kaum etwas mitbekommen, dafür waren wir alle zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Im Callroom saß ich gegenüber von Koko und Alina, mochte die aber nicht ansprechen, da ich merkte, dass auch die recht nervös und auf ihren Lauf fokussiert waren.
Frage: Hat das Erlebnis Lust auf mehr gemacht?
Andres: Ja, sicher. Das war der Lauf des Jahres. Aber andauernd möchte ich Läufe mit solch einem großen Spektakel auch nicht machen. Das fordert einen doch sehr stark auf psychischer Ebene. Ich laufe auch gerne kleine Läufe, auch wenn das jetzt ein absolutes Highlight war.
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