Cloppenburg - Wer heutzutage im Amateurfußball auch nur einigermaßen erfolgreich gegen den Ball hauen kann, kann bei einigen Vereinen im Kreis ein ganz nettes Taschengeld nebenbei verdienen. Das war nicht immer so. Denn früher war zwar auch nicht alles besser, allerdings bekamen die hiesigen Spieler auch nur eine geringe Entlohnung für ihre Dienste, obwohl sie auch einen erheblichen Aufwand für ihr Hobby betrieben.

Davon konnten auch die Spieler des BV Cloppenburg ein Lied singen, die für den Verein Ende der 60er-Jahre aufliefen. Schließlich spielte der BVC seinerzeit lange Jahre in der Verbandsliga West. Um in der Klasse mithalten zu können, versuchte der Vorstand, kleine finanzielle Anreize für seine Spieler zu schaffen.

In einem Vorstandsbeschluss vom 19. August 1968 einigte sich der Vorstand einstimmig über eine neue Prämienregelung. Der Beschluss liegt der NWZ  vor. Schnell wird allerdings klar, dass die Cloppenburger seinerzeit „für ’n Appel und ’n Ei“ spielten.

Der Vorstand legte unter anderem fest, dass pro Spieler in der ersten Halbserie eine Siegprämie von fünf Mark bezahlt wurde. Für jedes weitere gewonnene Punktspiel in der Serie erhöhte sich die Prämie auf zehn Mark. Um keine unendliche Steigerung der Siegprämien zuzulassen, wurde eine Obergrenze von 15 Mark pro Sieg festgelegt. Also egal ob dritter oder vierter Sieg in Folge, die Prämie blieb dann bei den 15 Mark. Auch bei einem Unentschieden klingelte es im Geldbeutel der BVC-Akteure.

Bei einem Unentschieden sackte jeder Spieler fünf Mark ein. Für Schmunzeln sorgt der Passus, „dass nach einem verlorenen Spiel die Spieler nicht honoriert werden.“ Wer das Training schwänzte, wurde dagegen zur Kasse gebeten. Pro unentschuldigt gefehlter Trainingseinheit musste der betreffende Spieler drei Mark Strafe zahlen.

Mit dem damaligen Trainer, der am 1. Oktober 1967, das Amt übernahm, schloss der Vorstand am 30. September einen gesonderten Vertrag ab. Er erhielt für seine Tätigkeit eine monatliche Aufwandsentschädigung von 300 Mark. Sollte der BVC am Ende der Saison 1967/68 einen Platz unter den ersten fünf Teams erspielen, würde der Trainer eine zusätzliche Vergütung von 400 DM erhalten, heißt es in dem Vertrag. Eine Meisterprämie wird ebenfalls erwähnt. Beim Titelgewinn hätte der Übungsleiter eine Prämie von 800 Mark bekommen. In dem Fall wäre allerdings die Vergütung für den Platz unter den ersten fünf Mannschaften entfallen.

Sein künftiges Bleiben beim BV Cloppenburg machte der damalige Trainer auch davon abhängig, wer der Vorstandsetage des Clubs angehörte. Der Trainer erklärte sich bereit, im Mai 1968, sich noch für ein Spieljahr zu den gleichen Bedingungen zu verpflichten, wenn „der Vorstand des Ballspiel-Vereins Cloppenburg in der jetzigen Personalunion bestehen bliebe“, steht es in dem Vertrag. Eine Meisterprämie musste Cloppenburgs Schatzmeister am Ende der Spielzeit aber nicht ausschütten. Der BV Cloppenburg belegte den sechsten Platz. Einen Rang dahinter trudelte der BV Essen ein.

Stephan Tönnies
Stephan Tönnies Redaktion Münsterland (Lokalsport)