AACHEN - Die Familie des 27-Jährigen fieberte auf den Rängen mit. Prinzessin überreicht das Edelmetall.

Von Hans Passmann

AACHEN - Einen großartigen Erfolg hat Gero Meyer-Nutteln zum Abschluss seiner großartigen Karriere als Voltigierer verbucht. Bei den Weltreiterspielen in Aachen holte sich der 27-jährige Student der Holzwirtschaft im Einzelvoltigieren die Silbermedaille. Damit wurde der gebürtige Cloppenburger nach den Jahren 2000 und 2002 zum dritten Male Vizeweltmeister. Meyer-Nutteln musste sich nur dem Deutschen Meister Kai Vorberg aus Köln geschlagen geben.

Überglücklich lag Gero Meyer nach seinem Erfolg in den Armen seiner Mutter Birgitt aus Lastrup sowie seiner beiden Geschwister Conny und Christoph. Er strahlte und lachte über das ganze Gesicht. An allen Wettkampftagen hatte die ganze Familie im Stadion mitgezittert und gefiebert. „Es war unglaublich. Mein Pulschlag raste und ich bekam ständig eine Gänsehaut, als Gero vor Tausenden von Zuschauern in einer einmaligen Atmosphäre seine Übungen absolvierte. Ein unglaubliches Turnier“, sagte Mutter Birgitt und wischte sich die letzten Tränen aus den Augen.

Der krönende Abschluss war für Gero Meyer, dass er bei der Siegerehrung die Silbermedaille von der Präsidentin des Weltreiterverbandes, der Königlichen Hoheit Prinzessin Haya Bint Al Hussein aus Jordanien, überreicht bekam. Die Prinzessin ist auch in Südoldenburg keine Unbekannte. Einige Jahre trainierte sie als Springreiterin bei Paul Schockemöhle in Mühlen.

„Mir lief es dabei eiskalt über den Rücken – und dann der große Jubel der 8000 Zuschauer im ausverkauften Stadion. So eine großartige Kulisse erlebt ein Voltigierer fast nie. Es ist wie in einem Hexenkessel“, strahlte Meyer, der auch das Weidwerk pflegt. Dazu die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Wann kann man das noch einmal erleben“, so der angehende Holzinginieur.

Auch in Friesoythe dürften alle Freunde des Reit- und Fahrvereins Friesoythe gespannt vor dem Fernseher gesessen und mitgefiebert haben, als Gero Meyer-Nutteln an den Start ging. Fast sechs Jahre ging der neue Vizeweltmeister für den Verein aus der Hansestadt an den Start und erzielte in dieser Zeit seine größten Erfolge. Seine Trainerin und Longenführerin war damals Jutta Schweigatz. Sein treuer Vierbeiner war zu der aktiven Zeit beim RuF Friesoythe „Calavados XXL“.

„Das war eine ganz tolle Zeit in Friesoythe. Hier habe ich das Rüstzeug für meine großartige sportliche Karriere erhalten. Dafür bin ich noch heute den Reitsportfreunden in Friesoythe dankbar und werde diese Zeit nie vergessen“, sagt der Junggeselle. Er wäre auch gerne noch geblieben, doch das Studium in Hildesheim ließ sich damit nicht vereinbaren. So schloss er sich der Reitsportgemeinschaft in Großenritte (bei Kassel) an und zeigte seine Künste auf „Robinson Wendy“.

Inzwischen reitet Meyer „Arador“, der vom berühmten Hengst „Argentinus“ vom Zuchthof Klatte in Klein-Roscharden abstammt. Und auch wegen ihm hatte Meyer im Geheimen sogar auf „Gold“ gehofft. Doch auch über die Silbermedaille war er überglücklich. Mit 27 Jahren ist Gero Meyer-Nutteln noch recht jung, aber sportlich soll es das auf hohem Niveau gewesen sein. Ich muss mich nun der beruflichen Zukunft widmen. Mit dem Voltigieren kann man kein Geld verdienen“, so Meyer. Aber eines steht noch aus: „Die große WM-Party“. Die Silbermedaille: ein perfekter Absprung.