Abbehausen - Fußballteams sind immer gut beraten, mit realistischen Einschätzungen in eine Spielzeit zu starten. Die Oberliga-Fußballerinnen des TSV Abbehausen zählen zu diesen Teams. „Uns war allen klar, dass wir eine schwere Saison vor uns haben werden“, sagt Trainer Daniel Behrens. Und so sollte es dann auch kommen. Der TSV hat bis zur Unterbrechung der Saison 2020/2021 einen Punkt geholt und ist Tabellenletzter.
Die Diskussion
Vor der Saison hatten beim TSV Überlegungen die Runde gemacht, ob es nicht besser wäre, eine Klasse tiefer zu spielen. Doch letztlich ging das Team unter dem Motto in die Saison: Wenn schon absteigen, dann auf dem sportlichen Weg. Das passte nicht allen. „Einige Spielerinnen waren schon sauer“, sagt Behrens – und hat dafür volles Verständnis. „Aber letztlich sind alle am Ball geblieben und haben auch viel gelernt“, sagt er. Insbesondere das Spielverständnis sei besser geworden. Davon könnte das Team profitieren, auch wenn es künftig in der Landesliga spielen sollte, meint Behrens.
Der kader
Er ist nach wie vor der Meinung, dass seine Elf das Potenzial habe, in der Oberliga zu bestehen. „Aber unser Kader ist zu klein“, sagt er. Zu allem Überfluss fiel auch noch Samantha Müller verletzt aus – eine Spielerin , die für die Abbehauser Offensive unverzichtbar ist. „Im ersten Oberliga-Jahr hatten wir ja unser komplettes Team beisammen“, sagt Behrens. „Damals haben wir eine super Saison gespielt und es ja sogar geschafft, junge Spielerinnen einzubauen.“
Die Bilanz
Angesichts dieser Umstände ist der Trainer mit den Leistungen seiner Elf sogar zufrieden. „So schlecht haben wir gar nicht gespielt. Das sieht man ja auch an den Zuschauern, die immer noch zu unseren Heimspielen gekommen sind“, sagt er.
Im ersten Saisonspiel gegen BW Hollage zeigten die Abbehauserinnen, dass sie wettbewerbsfähig sind. Dass das Team zum Auswärtsspiel gegen den SV DJK Schlichthorst aus personellen Gründen nicht habe antreten können, sei nicht zu verhindern gewesen, sagt Behrens.
Richtig sauer war Behrens eigentlich nur ein Mal. „Die Partie in Moormerland gegen den SV TiMoNo war eine komplette Katastrophe“, sagt er. Die Abbehauserinnen verloren mit 0:8. „Ansonsten war auch ein bisschen Pech dabei, oder es hat die eine oder andere Offensivkraft gefehlt.“
Das beste Spiel habe seine Elf in Lüneburg gemacht. Diese Einschätzung überrascht auf dem ersten Blick. Schließlich verlor sie diese Partie mit 1:7. Entscheidend bei seiner Bewertung sei aber nicht das Ergebnis, sondern das Verhalten seiner Spielerinnen gewesen. „Wir sind nur mit elf Spielerinnen angereist und haben eine herausragende erste Halbzeit gespielt. Am Ende hat uns ein bisschen die Kraft gefehlt“, sagt Behrens.
Die anschließende Reaktion der Spielerinnen habe ihn beeindruckt. „Da haben sie klar gemacht, dass sie die Saison unbedingt durchziehen und die eine oder andere Mannschaft ärgern wollen.“
Der Ausblick
Behrens ist optimistisch. Sollte die Saison noch einmal aufgenommen werden und seine Elf früh den einen oder anderen Punkt ergattern, komme der Rest von ganz alleine, sagt der Trainer.
Außerdem glaubt er, dass seine Elf dann einen kleinen Vorteil gegenüber anderen Teams der Oberliga haben könnte. „Wir haben unsere Stärken im kämpferischen Bereich, die spielstarken Teams können dagegen ja noch gar nicht eingespielt sein. Vielleicht könnten wir ja sogar den einen oder anderen Überraschungspunkt holen. Ich hoffe jedenfalls, dass wir noch ein paar Spiele machen werden.“
