ABBEHAUSEN - Die Kaiman-Jagd ist erfolgreich. Die Reisenden halten ein ausgewachsenes Tier in den Armen.

von henning manninga

und benjamin lenz

ABBEHAUSEN - Bei Timo und Tobi, zwei Zivildienstleistenden aus Deutschland, verbringen wir mehrere Tage in Santarem und können einige Einblicke in ihre Arbeit nehmen. Sie arbeiten in einer Tagesstätte für mangel- und unterernährte Kinder. Die Organisation „Seara" hilft den Kindern und den Familien mit Zusatznahrung, und wir freuen uns die glücklichen Gesichter der Kinder und Mütter zu sehen.

Nach unserem Aufenthalt in Santarem geht es mit dem Boot innerhalb von drei Tagen in die Metropole Manaus. Die Nächte verbringen wir in Hängematten, dicht an dicht mit weiteren 250 Passagieren.

In Manaus, dem Herzen des Amazonas, besuchen wir ein einmaliges Naturwunder: „meeting of the waters". Hier treffen der braune Amazonas und der schwarze Rio Negro aufeinander und bilden eine farblich abgestimmte Grenze. Das Schöne bei diesem Ausflug ist die Begleitung der berühmten Amazonas-Delphine, die in 30 Metern Entfernung schwimmen.

Während unserer Arbeit auf Mallorca, einen Monat vor Beginn der Reise, hatten wir die Bekanntschaft mit dem ungarischen Studenten Balazs gemacht, einem erfahrenen Rucksacktouristen. Er gab uns damals den Tipp, uns mit seinem peruanischen Freund Enrique in Verbindung zu setzten, der als Dschungel-Führer in der Nähe von Manaus arbeitet. Kurz vor unserer geplanten Weiterreise treffen wir Enrique in Manaus und er macht uns ein faires Angebot, das wir nicht abschlagen können.

Am nächsten Tag sind wir, nach sechsstündiger Fahrt mit Fähre, Bus und Kanu, auch schon in einem kleinen Dorf mitten im Dschungel. Das erste Erlebnis ist eine Kanufahrt durch die Wälder mit Erklärungen der Flora und Fauna. Die Nächte verbringen wir bei Leo, einem Freund von Enrique, und seiner Familie.

Der zweite Tag beginnt mit einer Wanderung durch die Wildnis. Enrique stöbert sogar eine gefährliche Tarantel in ihrem Versteck im Unterholz auf. Wer von ihr gebissen wird, hat nur noch 24 Stunden zu leben. Danach geht es auf Piranha-Fang. Mit selbst gebastelten Angeln fahren wir mit dem Kanu zu den Fangstellen. Benjamin fängt einen, ebenso der Kanufahrer.

Danach geht es auf Kaiman-Jagd. Der Kanufahrer Chiquinho ist unser stetiger Begleiter und leuchtet mit einer Taschenlampe die Uferböschung ab. Plötzlich schaltet er den Motor aus und wir rudern langsam ans Ufer. Ein schneller Griff von Chiquinho und der erste Kaiman ist sicher in seinen Händen. Nur ein sehr kleiner, aber 20 Minuten später erwischen wir seinen großen Bruder: einen ein Meter großen Kaiman. Wir halten ihn beide stolz in den Armen halten und müssen aufpassen, dass er sich nicht losreißt und uns im Kanu angreift.

Danach fliegen wir über drei Zwischenstationen zur Grenze nach Tabatinga, von wo aus uns ein Schnellboot ins peruanische Cuzco bringen soll. Einen kleinen Abstecher nach Kolumbien können wir uns nicht verkneifen und fahren mit dem Kanu rüber nach Peru, da es natürlich kein Schnellboot nach Cuzco gibt. Von Santa Rosa fahren wir dann vier Tage nach Iquitos, wo wir das andere Ende des Amazonas erreichen.

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