ABBEHAUSEN - Ein gewisser Unmut macht sich in diesen Wochen bei den Fußball-Mannschaften der 1. Kreisklasse breit. Streitpunkt ist das Auftreten der Reservemannschaft des TSV Abbehausen, die zu Beginn der Saison mangels Spieler vier Mal gar nicht erst antrat und anschließend nur mit einer Not-Elf in die Begegnungen ging. So kamen vier Mannschaften – SG Großenmeer/Bardenfleth, TuS Elsfleth II, 1. FC Nordenham III und SpVgg Berne II – kampflos zu drei Punkten und 5:0 Toren. Danach unterlag der SC Ovelgönne II mit 1:3, der SV Brake II siegte mit 7:0, der SV Brake III mit 5:0, so dass nicht wenige von Wettbewerbsverzerrung sprachen.Doch was steckt dahinter? Wer ist verantwortlich für diese für alle Beteiligten unbefriedigende Situation? Um das zu beantworten, müssen wir einen Blick zurück in den Sommer werfen.

Knackpunkt war die Meldefrist für die Spielzeit 2008/2009. Am liebsten hätte Reiner Gebauer, Spartenleiter des TSV, die Zweite Mannschaft gar nicht erst für die 1. Kreisklasse gemeldet. So einfach ist das aber nicht, denn es kann immer nur die unterste Vertretung abgemeldet werden, in diesem Fall die Vierte Mannschaft. Das hätte bedeutet, dass die jetzige Dritte in der 1. Kreisklasse hätte spielen müssen, wozu die überwiegend älteren Akteure aber nicht bereit waren. Also hat Gebauer die Zweite provisorisch gemeldet in der Hoffnung, dass sich aus den anderen Teams Spieler finden, die ab und zu aushelfen. Dieses Vorhaben scheiterte, und Abbehausen trat zu den ersten vier Spielen nicht an.

Weil dies aber mit Strafen vom Kreisvorstand geahndet wird, setzten sich einige Vereinszugehörige zusammen und suchten nach einer Lösung des Problems. „Ich hätte es am liebsten gesehen, wenn der Staffelleiter Heino Tönjes uns nach den ersten drei abgesagten Begegnungen aus der Wertung genommen hätte, denn nach den Regularien war das möglich“, äußerte Gebauer. Tönjes sieht das etwas anders. „Das ist eher ein Problem des Vereins. Wenn ich lese, dass die Erste Mannschaft mit einem 22-Mann-Kader in die Saison geht, muss man sich fragen, wo denn alle diese Spieler geblieben sind“, kontert der Staffelleiter. Hinzu kommt, dass die eigentliche 14er-Staffel ohnehin nur mit 13 Mannschaften bestückt ist, also nur noch ein Absteiger zu ermitteln ist. Wenn der TSV aus der Wertung fallen würde, verkomme die 1. Kreisklasse zu einer Liga ohne großen Wettbewerb. Gebauer versprach aber, dass Abbehausen für den Rest der Saison antreten werde. „Wir können es uns gar nicht leisten, weitere Strafen zu

bezahlen. Alleine deswegen müssen wir auflaufen“, so dass TSV-Urgestein.

Wie schwierig das aber ist, musste Mario Duhm feststellen. Der Spieler aus der Dritten des TSV übernahm für einige Wochen die Aufgabe, jedes Wochenende genug Spieler zusammen zu bekommen, wurde dabei aber oft im Stich gelassen. Einige Akteure tauchten zum Spiel erst gar nicht auf, andere sagten kurzfristig ab. „Ich war erstaunt, was für kuriose Entschuldigungen ich zu hören bekam“, sagte Duhm, der mittlerweile die Aufgabe an Herbert Hanke weitergab.

Auch bei der Konkurrenz wird heiß diskutiert. „Sportlich gesehen ist es unfair. Gerade im Kampf gegen den Abstieg sollten gleiche Voraussetzungen gegeben sein“, erklärt Bernd Decker, Trainer des SV Brake III und spielt dabei auf Abbehausens bisher einzigen Sieg mit 3:1 gegen den SC Ovelgönne II an, während andere Mannschaften drei Punkte kampflos bekamen. In die gleiche Kerbe schlug auch Rainer Ahlers, Koordinator vom 1. FC Nordenham III. Für alle Beteiligten also eine dumme Situation, doch immerhin will Abbehausen alles versuchen, für den Rest der Saison jedes Wochenende eine spielfähige Truppe ins Rennen zu schicken, auch wenn das mit vielen Niederlagen verbunden sein sollte.