Nordenham - Sprichwörtlich fünf vor zwölf war es in der Jahreshauptversammlung des Kleingärtnervereins Naturglück. Was als normale Versammlung begann, entwickelte sich im weiteren Verlauf zu einem wahren Wahldebakel. Denn es brauchte mehrere Anläufe und sehr viel Überzeugungsarbeit vom alten und neuen 1. Vorsitzenden Hergen Vogt, bis ein handlungsfähiger Vorstand komplett war.

Dem vorausgegangen war nach Angaben von Hergen Vogt die wohl schwerste Amtsperiode in seiner bisherigen Zeit als Vorstandsmitglied. Dabei bereiteten ihm Leerstände, Einbrüche sowie Brände auf dem Gartengelände viele Sorgen. Aber auch einige Mitglieder verschafften dem Vorstand eine Menge Verdruss. So wurden die Vereinsaktivitäten immer wieder von zerstrittenen Gruppierungen boykottiert und auch dem Vorstand Knüppel zwischen die Beine geworfen. Mehrere Vereinsmitglieder traten aus, und einige Amtsinhaber gaben bereits kurz nach der Wahl auf.

Überhaupt hatten die Unstimmigkeiten dafür gesorgt, dass sich der 2014 gewählte Vorstand nur für ein Jahr zur Verfügung stellen wollte und in diesem Jahr die verbliebenen Amtsträger geschlossen zurückgetreten sind. Bei den Neuwahlen wollte somit niemand mehr ein Amt übernehmen. Erschwerend kam hinzu, dass zuvor ein Antrag abgelehnt wurde, der es auch passiven Mitgliedern ermöglicht hätte, im Vorstand tätig zu werden. Dem Verein drohten ein Notvorstand und gegebenenfalls eine anschließende Auflösung. „Dann können wir alle unsere Lauben abreißen“, ermahnte Hergen Vogt die anwesenden Mitglieder. Diskussionen kamen auf, die Versammlung wurde unterbrochen. Zwischenzeitlich konnte der Vorsitzende einige Mitglieder davon überzeugen, sich zur Wahl aufstellen zu lassen.

Unter großem Applaus wurden Nadine Deberding zur Kassenwartin, Jürgen Jung zum 2. Vorsitzenden und Neumitglied Wolfgang Kammel zum Schriftführer ernannt. Hergen Vogt wurde für weitere zwei Jahre im Amt des 1. Vorsitzenden bestätigt. Elke Rohard, Elke Brunnschön sowie Dieter Neumann bilden den neuen Festausschuss. Damit gelang es, die drohende Auflösung zu verhindern.