Oldenburg - Schwarzer Freitag beim Oldenburger Hallenreitturnier: Der zweite Tag beim internationalen Agravis-Cup hatte am frühen Freitagmorgen noch gar nicht richtig begonnen, da war er auch schon wieder beendet. Der Hallenboden in der großen EWE-Arena sowie die Sandmischung auf dem Abreiteplatz präsentierten sich um acht Uhr in einem derart schlechten Zustand, so dass sich die Mehrheit der Reiter und Reiterinnen weigerte, ihre Spitzenpferde bei der Einlaufprüfung der Springreiter in den Parcours zu bringen. Zu groß sei die Verletzungsgefahr für die Vierbeiner.
Prüfungen nachholen
Am Freitagnachmittag folgte schließlich die Komplettabsage des zweiten Turniertages. Dieses soll nun an diesem Samstag mit einer neuen Zeiteinteilung ab 7.30 Uhr fortgesetzt werden. Von den neun ausgefallenen Prüfungen sollen in der Dressur der Grand Prix und bei den Springreitern die Weltranglisten-Prüfung vom Freitagabend nachgeholt werden. „Alles andere macht keinen Sinn. Wir werden jetzt den restlichen Tag und die Nacht nutzen, um den Boden weiter zu verbessern“, lautete die offizielle Stellungnahme der Turnierleitung.
„Der Boden auf dem Abreiteplatz ist zu tief und der Boden in der großen Arena zu rutschig“, hatte bereits am Morgen ein sichtlich bedienter Turnierchef Dr. Kaspar Funke Versäumnisse bei der Bodeneinbringung eingeräumt. Der für den Parcours-Unterbau erstmals verantwortliche Reitplatzbauer Andreas Schmidt (Hameln) hatte vor ein paar Tagen einen komplett neuen Boden in die Arena einbringen lassen.
Funke: „Der Bodenmensch hat die Problematik des Bodens völlig unterschätzt. Jetzt müssen wir schnellsten Abhilfe schaffen.“ Und so war die Turnierleitung am Freitag mit Hochdruck am Werk, um zusätzliche Boden-Experten zu konsultieren und die Sandmischung mit Kalk zu verdichten beziehungsweise auf dem Abreiteplatz zusätzlich Matten im Untergrund zu verlegen.
Funke hat so ein Desaster nach eigener Aussage in 34 Jahren seiner Turnier-Aktivitäten noch nie erlebt. In Oldenburg handelt es sich um 34 LKW-Ladungen mit Sand (ca. 1200 Tonnen). Diese Größenordnung zeigt, dass sich das Problem nicht im Handumdrehen lösen lässt, und so hatte Funke zunächst alle Prüfungen bis 18 Uhr abgesagt. „Auch für mich ist diese Situation total neu“, meinte einer von vielen Seiten bedrängter Turnierchef. Verärgerte Besucher, ratlose Aussteller und ernüchterte Sportler wollten wissen, wie es weitergeht. Um 16 Uhr folgte schließlich die Komplett-Absage für den Freitag.
Sportler abgereist
Einige Starter des Agravis-Cups hatten ihre Pferde da längst schon eingeladen und waren abgereist. Dazu zählten auch die deutschen Dressurreiter Hubertus Schmidt (Etteln), Matthias Bouten (München), Dorothee Schneider (Framersheim), Lena Waldmann (Bonhomme), Matthias Alexander Rath (Kronberg) und Fabienne Müller-Lütkemeier (Paderborn). Auch die Springreiter Laurens Houben (Goch) und Felix Haßmann (Lienen) packten ihre Sachen.
