AHLHORN - Die Sonne strahlt vom Himmel. Der Rasen ist frisch gemäht. Es riecht nach Frühling auf den Sportplätzen des Schulzentrums Ahlhorn. In der Umkleidekabine schnüren 13 Mädchen von der Graf-von-Zeppelin-Schule ihre Fußballschuhe. Sie streifen ihre blauen Trikots über und bereiten sich auf ihr erstes großes Spiel vor.
Beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ treffen sie auf eine Mädchenmannschaft des benachbarten Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums. Es geht um den Einzug in den Kreisgruppenentscheid. Sie treten kämpferisch an, doch noch fehlt die nötige Erfahrung um gegen eine eingespielte Mannschaft zu gewinnen. Sie verlieren mit 0:3 und scheiden aus.
Seit Herbst 2008 am Ball
Seit Herbst 2008 trainieren die Zwölf- bis 16-Jährigen zusammen. Sie bilden die erste Mädchenfußball-AG der Haupt- und Realschule. Ins Leben gerufen wurde die Arbeitsgemeinschaft von Sozialpädagogin Elvira Schüler. Die 39-Jährige hat früher selbst Fußball gespielt und agiert als Trainerin. Neben Spaß an dem Sport möchte sie die Mädchen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen. Schüler: „Durch Fußball lernen sie Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Fairness kennen.“
Einmal pro Woche trainieren die Mädchen – immer mittwochs von 13 bis 14.30 Uhr in der Sporthalle der Graf-von-Zeppelin-Schule. Sie sind sehr motiviert, berichtet Schüler. „Am liebsten würden sie nur spielen, und häufig lasse ich mich dazu hinreißen. Aber zum Training gehören auch Ausdauer- und Schussübungen sowie taktische Besprechungen, die wir vornehmen.“ Häufig geraten die Mädchen an ihre körperlichen Grenzen, die sie durch „Kontinuität überwinden und dann feststellen, ein für sich gesetztes Ziel erreicht zu haben.“ Dies stärke zusätzlich ihr Selbstbewusstsein, erklärt Schüler. Und das ist auch nötig, schließlich „wollen wir jedes Spiel gewinnen“, sagt die 13-jährige Artigona.
Die dreizehn Mädchen kommen aus acht verschiedenen Nationen. Schüler: „Der Zulauf von Mädchen mit Migrationshintergrund ist besonders hoch.“ Sie stellen rund 50 Prozent der Mannschaft. Es sind unter anderem Fußballerinnen aus Albanien, der Türkei, Syrien und Italien dabei. „Ähnlich wie bei internationalen Top-Clubs kommen die Spieler aus aller Herren Länder.“
Profis treffen
Träume hat jede der Fußballerinnen. So würde die zwölfjährige Nahrin später gerne einmal Luca Toni heiraten. Sana möchte hingegen einmal Cristiano Ronaldo von Manchester United kennen lernen.
Dass die meisten Mädchen nicht das erste Mal kicken, steht außer Frage. Die 16-jährige Denise spielt schon seit mehreren Jahren beim FC Huntlosen. Für sie ist die AG ein zusätzliches Training.
Zweites Spiel am 10. Juli
Die Idee eine Mädchenfußball-AG zu initiieren ist Schüler im Sommer 2008 gekommen. Damals fand der „Barmer-Cup“ statt und Schüler stellte fest, dass an diesem und ähnlichen Turnieren nur Jungenmannschaften beteiligt sind. Um dem entgegenzuwirken, habe sie dann an der Schule das Sportprojekt „Mädchenfußball-AG“ in Angriff genommen, das im Herbst 2008 gestartet wurde.
Leider ist die Zeit als Trainerin für Schüler fast vorbei. Im August endet ihr Anerkennungsjahr als Sozialpädagogin und sie verlässt die Haupt- und Realschule wieder. Daher ist die Mannschaft momentan auf der Suche nach einem neuen Trainer – Schüler oder Lehrer –, der das Team nach den Sommerferien übernimmt.
Aber vorher, am 10. Juli, soll „zu Hause“ noch ein Spiel gegen einen bisher unbekannten Gegner aus dem Landkreis gewonnen werden.
