Ahlhorn - Die Vorzeichen waren eigentlich alles andere als erfolgsversprechend: Erst lag Zuspielerin Janna Köhrmann am Freitag noch flach, dann erwischte es pünktlich zum Beginn der Deutschen Meisterschaft auch noch Trainerin Edda Meiners. Und trotzdem gelang den Ahlhornerinnen am Wochenende bei der DM in Selsingen mit dem Gewinn der Silbermedaille ein großer Erfolg. Erst im Endspiel am Sonntag wurde der Titelverteidiger vom amtierenden Hallen-Europacupsieger TSV Dennach entthront.
„Nach unserer eher durchwachsenen Saison in der Bundesliga hatten wir vorher nicht damit gerechnet, bei der DM so weit zu kommen“, sagte Köhrmann, die gerade noch rechtzeitig wieder fit geworden war. Die Zuspielerin war auf der zentralen Position auch die Hauptleistungsträgerin der Ahlhornerinnen und zeigte eine überragende Leistung. Vor allem von den kurz angeschlagenen Angriffen der Gegner ließ sie kaum einen Ball passieren. „Es war aber auch eine tolle Vorstellung der gesamten Mannschaft“, gab Köhrmann das Lob lieber weiter. „Wir sind kompakt und mit der notwendigen Lockerheit aufgetreten. Alle haben super gekämpft“, sagte die ehemalige Nationalspielerin.
Vor allen Dingen die Lockerheit dürfte ein ausschlaggebender Punkt für den ASV-Erfolg gewesen sein. So spielte der Tabellendritte der Nord-Bundesliga, der von Thomas Neuefeind an der Seitenlinie betreut wurde, gleich im Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber MTSV Selsingen unbeschwert auf, während der Heimmannschaft der Druck vor eigenem Publikum schon eher anzumerken war. Mit 3:2 (13:11, 11:6, 8:11, 8:11, 12:10) holten die Ahlhornerinnen ihren ersten Sieg.
Anschließend folgte ein glattes 3:0 (11:8, 13:11, 11:7) gegen den TV Vaihingen/Enz. Die Süddeutschen mit der ehemaligen Ahlhornerin Marie-Therese Rothmaier (geborene Warnick) im Angriff fanden kein Mittel, um die starke ASV-Abwehr zu überwinden. Auf der anderen Seite konnte hingegen Ahlhorns junge Schlagfrau Pia Neuefeind immer wieder sehenswert punkten. „Pia hat ein starkes Turnier gespielt“, hob Köhrmann die Leistung der 18-jährigen Angreiferin hervor. Neuefeind war es auch, die gleich den ersten Matchball zum 11:7 verwandelte und den Halbfinaleinzug perfekt machte.
Dort ging es am Sonntagvormittag gegen den TSV Calw weiter – und die Ahlhornerinnen waren sofort wieder hellwach. Mit einer 2:0-Satzführung waren die Weichen schnell auf Sieg gestellt, am Ende hieß es 3:1 (11:8, 11:6, 5:11, 11:3).
Im Endspiel allerdings folgte die große Ernüchterung. „Die Art und Weise, wie wir das Spiel verloren haben, war schlimm. Es war eine Lehrstunde“, kommentierte Köhrmann die 0:3-Pleite gegen Dennach (7:11, 5:11, 3:11). Vor allem gegen die starke gegnerische Angreiferin Sonja Pfrommer fanden die Ahlhornerinnen kein Rezept.
Als Vizemeister hat sich der ASV neben Titelverteidiger Dennach für den Europapokal im Januar 2017 qualifiziert. Dieses internationale Turnier wird aller Voraussicht nach sogar in Ahlhorn stattfinden.
