Auf dem Boden steht ein Schachbrett. Das Zimmer ist schlicht eingerichtet, einzig der Eckschrank mit einer beachtlichen Trophäensammlung fällt auf. Markus Lammers, 19-jähriger Schüler am Gymnasium Wildeshausen, wohnt mit seinen Eltern in Wohlde und macht derzeit sein Abitur. Doch neben der Vorbereitung auf die abschließenden Prüfungen beschäftigt ihn vor allem eines: Schach.
Das königliche Spiel fasziniert ihn bereits seit 1994. Bedingt durch Hüftprobleme musste der bis dahin leidenschaftliche Fußballer seine Schuhe bereits früh an den Nagel hängen. Für ihn galt es nun, eine neue Sportart zu finden, mit der sich die selbst erklärte „Kämpfernatur“ beschäftigen konnte. So trat er in den Schachclub Dünsen ein und brachte gleich einige Harpstedter Schulkameraden mit.
Doch keiner von ihnen war so motiviert wie Markus, der nicht nur auf jedem Turnier anzutreffen war, sondern sich jetzt auch noch zu Hause dem Spiel täglich mehrere Stunden widmete.
Der „Durchbruch“ gelang ihm schließlich 2002 im Alter von 15 Jahren und damit „eigentlich viel zu spät“, wie er selbst bekennt: Durch seinen Wechsel zum Delmenhorster Schachklub konnte er nämlich in der Jugendbundesliga Nord endlich gegen stärkere Gegner spielen. Sein bislang größter Erfolg gelang ihm 2002, als er bei den Bremer Landesmeisterschaften der Herren Fünfter wurde. Zwei Jahre später folgte überdies ein guter vierter Platz bei den deutschen Jugendmeisterschaften U 18.
Mittlerweile führt Markus Lammers das Oberligateam der Delmenhorster Herren an und gehört zu den besten Spielern der Liga. Mit seinem ausgeprägten Siegeswillen hofft er, bald in der Schach-Bundesliga spielen zu können.
Ob dies tatsächlich möglich sein wird, hängt auch davon ab, wo er im Sommer sein angestrebtes Studium beginnen wird. Was er studieren möchte, weiß er noch nicht, allerdings dürfte sich seine Studienwahl an den von ihm gewählten Leistungskursen Englisch und Politik orientieren.JP
