Der Werder-Manager konnte sich nach Spielschluss gar nicht mehr einkriegen. Mit deutlichen Worten wendete sich Klaus Allofs noch auf dem Rasen des Weserstadions zunächst an Schiedsrichter Markus Wingenbach, dann machte er seine Kritik am Unparteiischen über das Stadionmikrofon öffentlich.
Bei aller aus Bremer Sicht berechtigten Kritik an dem alles andere als souverän auftretenden Schiedsrichter dokumentierte der Allofs’sche Auftritt nach dem 1:1 gegen Augsburg auch die enorme Anspannung beim Bundesligasechsten.
Nach dem unerfreulichen Unentschieden gegen eine Mannschaft, gegen die ein Europapokal-Kandidat im eigenen Stadion unbedingt drei Punkte einbehalten muss, ist Werder im Kampf um die Europa-League-Startplätze 5, 6 oder 7 weiter ins Hintertreffen geraten. Vor allem der Vorausblick auf das Bremer Schlussprogramm in der Liga mit den Partien gegen die unmittelbare Konkurrenz aus Mönchengladbach, Stuttgart, München, Wolfsburg und Schalke zeigt, wie dünn die Luft für Werder noch werden kann.
Da wird es den Bremern am Saisonende wenig helfen, dass sie zuvor Woche für Woche wichtige Leistungsträger ersetzen mussten und immer neue Jugendrekorde mit der Startelf aufgestellt haben. Angerechnet wird nur der Punktestand. Schlimmer noch: Sollte Werder einen internationalen Startplatz verpassen, droht auch in diesem Jahr der Verlust weiterer wichtiger Leistungsträger (eventuell Wiese, Pizarro, Sokratis). Allein mit grün-weißen Leichtmatrosen wird den Bremern dann die Rückkehr auf Europas Fußballbühne wohl nicht gelingen.
Auch das erklärt den energischen Auftritt von Allofs. Werder hat viele Jahre lang in der Champions League sowie bei den Transfereinnahmen hohe Euro-Summen generieren können.
Diese Zutaten zur Bildung eines neuen Spitzenteams aber fehlen derzeit an der Weser. Die Bremer sind chronisch klamm, und jetzt droht das Abrutschen ins Bundesliga-Mittelmaß.
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