Rodenkirchen - Mit den Bergen haben es die Freunde der Vortragsgemeinschaft Rodenkirchen nicht so: Meistens sind die Vorträge von Bergsteigern und -wanderern schlechter besucht als andere. Das war auch am Dienstagabend so, als Klaus Peter Albrecht unter dem Titel „Montblanc – Mittelmeer“ über seinen Fußmarsch durch die französischen Westalpen bis nach Menton bei Monaco berichtete.

Rund 100 Zuschauer kamen in die Markthalle, um den Vortrag des Wanderleiters der Sektion Oldenburg des Deutschen Alpenvereins zu erleben. Aus 300 Dias hatte der pensionierte Realschullehrer eine digitale Multivision erstellt. Er berichtete über eine 400 Kilometer lange Wanderung, die er im Sommer 2009 aus Anlass seines 60. Geburtstages in sieben Wochen allein unternommen hatte.

Dabei stellte sich heraus, dass Albrecht weder bei der Qualität der Bilder noch bei der Aufbereitung des Vortrages den Standard erreichte, den die Besucher der Vortragsgemeinschaft gewöhnt sind. Der Oldenburger, der seit 12 Jahren mit seinen Vorträgen in ganz Deutschland unterwegs ist, berichtete zum ersten Mal in Rodenkirchen.

Die Wanderung war im Wortsinn kein leichtes Unterfangen: Ständig schleppte Klaus Peter Albrecht 24 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken. Denn erstens hatte er eine analoge Kameraausrüstung dabei, und zweitens brauchte er mehr Utensilien, weil er allein unterwegs war.

Er startete in Chamonix am Fuß des 4810 Meter hohen Montblanc, der sich 3200 Meter über die Hochebene erhebt. Chamonix ist die Wiege des Alpinismus, denn diese Bewegung begann 1782, als zwei Einwohner der Stadt als Erste den Montblanc bestiegen. Der Ort, in dem 1924 die I. Olympischen Winterspiele stattfanden, zählt 8800 Einwohner und ist neben Zermatt und Grindelwald im Berner Oberland das wichtigste Zentrum des Alpinismus.

Unterwegs fielen dem Wanderer die Folgen des Klimawandels auf: Fast alle Gletscher sind schwarz. Das liegt am Geröll, das sich über sie ergießt. Die Schwärze lässt sie noch mehr aufheizen. Als Albrecht vor 40 Jahren mit dem Klettern begann, waren sie noch weiß. Im Jahr 2100 werden sie zu 80 Prozent verschwunden sein.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland