Varel - Für den HSV nimmt Jürgen Frers so manche Last auf sich. Am blau-schwarz-weißen Fanschal des Varelers, den er bei jedem Spiel seiner Hamburger trägt, sind gut 100 Anstecknadeln befestigt. „Der Schal wiegt knapp zwei Kilo“, sagt der 47-jährige. Gesammelt hat er sie in den vergangenen 32 Jahren. So lange ist er HSV-Fan. Seit 17 Jahren steht er an der Spitze des HSV-Fanclubs „Freies Friesland“.
Rudi Kargus bewundert
„Als Kind habe ich Fußball gespielt, stand im Tor und fand HSV-Torhüter Rudi Kargus klasse.“ Zum wahren Fan des HSV wurde Jürgen Frers, als ihn sein Patenonkel 1980 mit zum Halbfinalspiel im Europapokal der Landesmeister gegen Real Madrid ins Volksparkstadion nahm. „Der HSV gewann 5:1“, erinnert sich Frers gerne an den Sieg seiner damaligen Idole Manfred Kaltz, Peter Nogly, Felix Magath und Kevin Keegan. Der kleine Engländer ist für Jürgens Frers nach wie vor der größte HSV-Spieler. „Uwe Seeler habe ich nie auf dem Platz erlebt.“
Als Jugendlicher ist Frers öfter mit einem Freund nach Hamburg gefahren. Später hat er sich dem 1990 in Zetel gegründeten Fanclub „Freies Friesland“ angeschlossen. Seit zwölf Jahren besitzt er eine Dauerkarte für den HSV, anfangs auf der Stehtribüne, inzwischen hat er einen Sitzplatz. „In der Vorsaison habe ich zwölf von 17 Heimspielen gesehen.“ Gemeinsam mit anderen HSV-Anhängern des Fanclubs, der 44 Mitglieder hat, trifft er sich am Bahnhof in Varel und fährt mit dem Zug nach Hamburg. „Zu Auswärtsspielen des HSV fahren wir mit dem Bus“, erklärt Frers. Die nächste Partie ist das Spiel im Rheinstadion gegen Fortuna Düsseldorf im November. „Die Fahrt haben wir zusammen mit dem Fanclub ’Dolle Raute’ aus Brake organisiert“, so Frers. Als Mitglied im Supporters-Club, der Dachorganisation der HSV-Fans, habe „Freies Friesland“ immer über gute Kontakte verfügt. „Um an Tickets aus dem HSV-Kontingent für ein Auswärtsspiel zu kommen, reicht es aber nicht, Mitglied im Fanclub zu sein. Da muss man schon HSV-Fördermitglied sein“, erklärt Jürgen Frers. Als stimmberechtigtes HSV-Mitglied freut er sich schon auf die nächste Mitgliederversammlung im Jubiläumsjahr. Der HSV besteht dieses Jahr 125 Jahre. Das steht auch auf Jürgen Frers’ neuem Trikots über der Raute.
Der Vareler ist fest überzeugt, dass der HSV in dieser Saison besser dastehen wird als in der vergangenen. „Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben.“ Er tippt einen sicheren Mittelfeldplatz zwischen Rang 10 bis 15. Dass es bei seinem Lieblingsverein in den vergangenen Jahren nicht gut läuft, hat nach Ansicht von Jürgen Frers mit den vielen Leuten beim HSV zu tun, die keine Ahnung vom Fußball hätten. „Der Aufsichtsrat ist zu groß. Es gibt zu viele Selbstdarsteller.“
Stammtisch im Oktober
Über die Misere beim HSV, die Spiele, die zahlreichen Rundschreiben des Clubs und über eigene Aktivitäten wird alle zwei Monate beim Stammtisch von „Freies Friesland“ gesprochen. Er findet wieder am Montag, 15. Oktober, um 20 Uhr im Vereinsheim des BV Bockhorn statt. Dort sind auch HSV-Anhänger willkommen, die noch nicht Mitglied im Fanclub sind.
Besuch aus Hamburg hat der Fanclub „Freies Friesland“ auch schon öfter gehabt. So waren hauptamtliche Vertreter des HSV-Supporters-Clubs in den vergangenen beiden Jahren beim Zeteler Markt zu Gast. Anschließend lernten die Fußball-anhänger von der Elbe den typischen Friesensport kennen: Boßeln.
