Sillensede - Die Mitglieder des Turn- und Sportvereins (TuS) Sillenstede können in diesem Jahr auf 150 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Wie berichtet, laden die Sportler am Sonntag, 10. Mai, ab 11 Uhr zur Jubiläumsfeier in den Sillensteder Hof ein.
An das genaue Gründungsdatum des Vereins kann sich zwar heute niemand mehr erinnern, aber laut Überlieferung älterer Einwohner ist der MTV Sillenstede 1865 unter anderem von Anton Tiemens, Johann August Siebelts und Johann Folkers Janßen ins Leben gerufen worden.
Fahne mit Wappentier
Schon in der Zeit ab 1861 begannen viele Ortschaften im damaligen Großherzogtum Oldenburg mit der Gründung von Sportvereinen. Nach Gründung des MTV Jever 1862 gelangte die Turnbewegung 1865 auch nach Sillenstede. Im Folgejahr wurde vom Maler Johann Nannen Popken eine Fahne angefertigt, auf der die Jahreszahl 1865 und die zwei Wappentiere (Putaale) zu sehen sind. Allerdings wurden die turnerischen Anfänge durch politische Veränderungen und Kriege so gestört, dass keine genauen Aufzeichnungen über die Aktivitäten in den ersten Jahrzehnten vorliegen.
Aus der Chronik der Gemeinde Sillenstede geht aber hervor, dass im Februar 1920 das Turnen wieder zum Leben erweckt wurde: Bauern, Kaufleute, Handwerker und Arbeiter versammelten sich, um ihre Freizeit durch regelmäßiges Turnen zu gestalten. Turngeräte wurden angeschafft oder in Eigenarbeit hergestellt.
Geturnt wurde im Jünnemannschen Saal (heute Sillensteder Hof) oder in der Scheune des Landwirts Tjaden. Neben dem Hauptlehrer Hammie gehörten Karl Graalmann und W. Assling dem ersten Vorstand nach dem Ersten Weltkrieg an. Auch in anderen Orten nahm die Anzahl der Sportvereine zu. Dadurch gingen die Mitgliedszahlen des Sillensteder Turnvereins zurück. Zudem stieg das Interesse der Bevölkerung auch im Jeverland an Fußball, Handball, Faustball, Schleuderball oder Boßeln.
Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde die Eigenständigkeit der Turnvereine sehr stark eingeschränkt. Im Jahr 1945 ruhte der allgemeine Sportbetrieb. Die Gründung lokaler Sportorganisationen bedurfte der Genehmigung der örtlichen Besatzungsbehörde.
Am 18. Februar 1946 erhielt der „Turn und Sportverein“ von der damaligen britischen Behörde die Genehmigung, den Sport wieder aufzunehmen. Die treibende Kraft war Pastor Woebcken, der zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde.
Im Frühjahr 1950 pachtete der Verein ein Grundstück vor den Toren Sillenstedes, das in vielen Arbeitsstunden entsprechend hergerichtet wurde. Für die regelmäßige Nutzung des Platzes wurden Umkleideräume und sanitäre Anlagen gebaut.
Die Mitgliederzahlen stagnierten, was auch daran lag, dass es damals in Sillenstede keine Sporthalle gab. Nach der Gebietsreform gehörte Sillenstede der Gemeinde Schortens an.
Mehr als 600 Mitglieder
Erst mit dem Bau der Sporthalle 1981 blühte der Verein auf und konnte im Jahr 1985 bereits 785 Mitglieder verzeichnen. Jahrzehntelang leisteten unter anderem Joachim Millahn und Jürgen Grimpe Vorstandsarbeit und waren Garanten dafür, dass der TuS Sillenstede über ein gutes Sportangebot verfügt und auf gesunden Füßen steht.
Aktuell hat der Verein mehr als 600 Mitglieder, die in vielen Sparten ihrem Sport nachgehen. Erstmalig in der Vereinsgeschichte des TuS Sillenstede steht seit dem Jahr 2014 in Melanie Brandt eine Frau an der Spitze des Vorstands. Ihr zur Seite stehen Georg Keller (2. Vorsitzender) und Manfred Haase (Kassenwart).
