Oldenburg - Eine große Herausforderung wartet auf die Oldenburg Knights, wenn sie an diesem Samstag (16 Uhr, Marschwegstadion) als Aufsteiger ihr Heimdebüt in der GFL2 gegen ein Team bestreiten, das für den American Football in Deutschland steht wie kaum ein anderes. Die Düsseldorf Panther feierten unlängst ihren 45. Geburtstag und sind in dieser hier noch eher jungen Sportart die älteste noch existierende Mannschaft in Europa.

Der Ex-Rekordmeister: „Das ist schon was ganz Besonderes, gegen solch ein Team zu spielen“, sagt Knights-Chefcoach Marcus Meckes vor dem Duell mit den Panthern, die zu den Gründungsmitgliedern der GFL gehören und lange Zeit mit sechs offiziellen und zwei inoffiziellen Titeln deutscher Rekordmeister waren. Aktuell sind nur die Braunschweig Lions (zwölf Triumphe) besser. 1995 gewannen die Düsseldorfer einmal den Eurobowl und sind jetzt als Absteiger aus der GFL ein Favorit auf den Aufstieg, der nach dem kurzfristigen Rückzug der Cologne Crocodiles aus der höchsten deutschen Liga diesmal ohne Relegation möglich ist. Vor der Saison waren auch einige vereinslose Krokodile zum rheinischen Rivalen gewechselt.

Interception: Nach einem eigenen Ballverlust stoppten die Knights (weißes Trikot) Rostocks Aharon Barnes.

GFL2-DUELL IN ROSTOCK Warum die Oldenburg Knights vor Rekordkulisse schwächelten

Bernd Teuber Jan Zur Brügge
Oldenburg
Ziel fest im Blick: Die Nummer 43 der Oldenburger, Linebacker Nils Hoffmann, auf der „Jagd“ nach Rostocks Quarterback Isaiah Weed (Nummer 7).

AMERICAN-FOOTBALL-REPORTAGE So läuft ein Spieltag bei den Oldenburg Knights

Bernd Teuber
Oldenburg

 Die Extraklasse: Mit 6:0 Zählern rangieren die Düsseldorfer in der Gesamttabelle der GFL2-Nord derzeit hinter den punktgleichen Hildesheim Invaders auf Rang zwei. Die Knights (0:4) sind nach den Niederlagen in Lübeck (30:43) und Rostock (14:32) Vorletzter. „Das wird sicher kein Vergleich auf Augenhöhe. Da steht ein GFL1-Team am Samstag auf dem Rasen“, sagt Meckes über die Gäste und nennt die Voraussetzungen für einen Überraschungscoup: „Die müssen schon einen ganz schlechten Tag erwischen und wir unser allerbestes Spiel abliefern, um da nur ansatzweise mithalten zu können. Aber das sind die Spiele, die wir uns gewünscht haben und uns besser machen werden.“

Erlief gegen seinen Ex-Club einen Touchdown: Knights-Quarterback Justus Marterer

30:43 BEI LÜBECK COUGARS So lief das erste GFL2-Spiel der Oldenburg Knights

Bernd Teuber Jan Zur Brügge
Lübeck

Das Extrarezept: „Ich erwarte eines der härtesten Spiele der gesamten Saison. Darauf sind wir aber vorbereitet“, sagt Oldenburgs Defensive End Tafilj Colakovic. „Bis auf ein paar Videos habe ich mich aber nicht mit der Mannschaft beschäftigt. Das hält die Nervosität auf einem niedrigen Level, was sich positiv auf das Spiel auswirken kann“, verrät der 30-Jährige sein ganz spezielles Rezept. Der Defensivspezialist trägt schon seit sieben Jahren das Trikot der Knights: „Ich bin der Meinung, dass man dort spielen sollte, wo man sich zu Hause fühlt – mit Freunden auf einem Feld. Daher kam ein Wechsel nie in Betracht.“

Wollen bei den Oldenburg Knights ihre Chance auf eine Football-Karriere wahren: Elloheim Tucker (links) und Ivan Iordanov Rodriguez (rechts).

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Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Marcus Meckes, Head Coach der Oldenburg Knights, ist für das Scouting der Import-Spieler zuständig.

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Sarom Siebenhaar
Oldenburg

Der Ex-Boxer: Zum Football kam der frühere Boxer 2016 durch den studienbedingten Umzug nach Oldenburg. „Für meinen neuen Lebensabschnitt hatte ich mir damals vorgenommen, eine andere Sportart zu betreiben als bislang. Über einen Kommilitonen kam ich dann zum Football – das hatte ich persönlich nicht auf dem Schirm“, erzählt Colakovic, der als Defensive End außen den schweren Jungs der gegnerischen Offensive Line gegenübersteht. „Es ist eine Position, wo Kraft, Geschwindigkeit und Geschicklichkeit gefordert sind – Eigenschaften, die in Kombination stimmen müssen“, erklärt er und ergänzt: „Eine richtige Herausforderung – und ich mag Herausforderungen.“ An diesem Samstag erwartet ihn am Marschweg eine ganz spezielle.

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion