Bereits vor der offiziellen Eröffnung der Europameisterschaft der ländlichen Vielseitigkeitsreiter in Westerstede am Mittwoch kamen die bereits angereisten Reiter und Offiziellen zu einem Willkommensempfang auf dem Gestüt Brune zusammen. Die internationalen Reiter lernten sich dort kennen und nutzten die Zeit, um bereits erste Kontakte für die vier spannenden Tage im Ammerland zu knüpfen.
Der Willkommensempfang war für die Familie Meyer vom Ammerländer Reitclub wohl auch vorerst der letzte Moment der Ruhe, bevor es ab Mittwoch für einige Tage viel zu tun geben wird. Bei Uwe Meyer, dem Vorsitzenden des gastgebenden Ammerländer Reitclubs, klingelte am Mittwochvormittag das Telefon ohne Pause. Ob es um das Schleppen des Dressurvierecks nach den ersten Übungsläufen oder um die letzten Handgriffe an den Hindernissen für die Geländeprüfung ging, der Parcourschef war über alle Abläufe immer stets im Bilde. „Am Dienstag und Mittwoch hatten wir noch einmal richtig viel zu tun“, bestätigte der ARC-Chef. Doch auch seine Frau Silke, die Pressesprecherin des Vereins, und die beiden Töchter Kira und Jelte Merit packten in der finale Phase vor dem Turnierstart noch einmal kräftig an.
Vor allem auf den Tierschutz achten werden die beiden Tierärzte auf dem Gelände, Dr. Frederick Brugmans und Dr. Olaf Neuberg. Am Montag haben die beiden jedes einzelne der 69 eintreffenden Pferde kontrolliert, bevor es das Stallzelt beziehen durfte. „Wir kontrollieren zuerst die Identität der Tiere, also ob der Pass auch zum Pferd gehört“, berichtet Neuberg und nimmt sich einen Pass nach dem anderen vor – die vorgeschriebene Influenza-Impfung müssen alle teilnehmenden Pferde halbjährlich bekommen haben.
„Außerdem müssen die Tiere natürlich frei sein von ansteckenden Krankheiten“, ergänzt sein Kollege Brugmans. Das Ziel jedes Reiters ist, dass bei der sogenannten Verfassung („Vet Check“) am Ende ein „fit to compete“ steht – also der Vermerk „fit für den Start“. Bei der Verfassungsprüfung sind aber nicht nur die beiden Tierärzte involviert. Auch eine Jury kontrolliert jedes Tier auf Wunden, Lahmheiten und Fieber.
Wenn am Samstag die Geländeprüfung auf dem Plan steht, sind die zwei Veterinäre auch gefordert. „Jedes einzelne Tier – ob es ins Ziel kommt, oder nicht – wird erneut auf die wichtigsten Vitalwerte überprüft“, macht Brugmans klar. Die beiden können auch sofort handeln, sollte sich wirklich ein Tier verletzen. „Wir sind die ganze Zeit vor Ort.“
Lars Puchler und Imke Harms über die letzten Vorbereitungen und die
Verfassungsprüfung
