Oldenburg - Sie feuert an, klatscht ab und jubelt mit. „Wenn das stört, muss man mir das mitteilen“, sagt Astrid Huntemann. Es stört aber keinen. Im Gegenteil. Die 52-Jährige lebt ihre Handball-Begeisterung voll aus, wenn sie als Teammanagerin bei den Bundesliga-Frauen des VfL auf der Bank sitzt. So etwas kommt an beim Verein, der sich das Motto „Handball mit Energie und Leidenschaft“ auf die Fahne geschrieben hat.
Der Teammanager-Posten jedenfalls bleibt in der Familie. Im Sommer übernahm Huntemann die Aufgabe von Ehemann Torsten. Der war 2015 nach dem Tod des langjährigen Betreuers Henning Balthazar eingesprungen, musste aber aus zeitlichen Gründen wieder aufhören.
„Die Mädels haben gesagt, mach’ du das doch“, berichtet seine Frau, die von allen „Assi“ gerufen wird. Sie ließ sich nicht zweimal bitten. Wie viele Weggefährten mischt auch das quirlige VfL-Urgestein nach der aktiven Zeit als Spielerin auf vielen Ebenen im Verein mit. „Jeder von uns hat irgendwie ein Amt“, sagt Huntemann.
Seit 1974 trägt sie die grün-weißen Farben, durchlief zunächst unter Trainer-Legende Robert Schumann alle Jugendteams. Die „Zweite“ und „Dritte“ waren weitere Stationen, ehe sie in den Trainer- und Betreuerstab im Nachwuchs wechselte. Eine feste Größe ist das Vorstandsmitglied auch bei der Organisation des Wunderhorn-Turniers.
Den Betreuer-Job hat Huntemann somit von der Pike auf gelernt. „Aber es ist schon etwas anderes bei einer Bundesliga-Mannschaft, obwohl ich die meisten Spielerinnen gut kenne“, erzählt sie und bezeichnet sich indirekt als „Mädchen für alles“.
Rund um die Begegnungen muss die 52-Jährige sehr viel organisieren. Vor dem EHF-Pokalspiel gegen Bnei Herzliya aus Israel zum Beispiel vertrat sie den Verein in der technischen Besprechung. „Da sind wir alle Abläufe durchgegangen – auf Englisch“, berichtet die VfL-Frau. „Torsten hat mir aber gute Tipps gegeben“, lobt sie ihren Mann, der als früherer Fußballer auch seit Jahrzehnten zur VfL-Familie gehört und dank seiner „drei Frauen“ inzwischen genauso begeistert beim Handball zuschaut. Denn die Töchter Sina (25) und Laura (19) sind ebenfalls aktiv: Sina spielt beim TV Neerstedt, Laura für die „Vierte“ des VfL.
Das Leben der Huntemanns dreht sich also um den Sport. Die langen Busreisen zu Auswärtspartien nimmt die Teammanagerin, die als Verwaltungsfachangestellte beim Jugendamt arbeitet, ohne Murren in Kauf: „Das kostet einige Urlaubstage, aber für den Handball mache ich das gern.“ Schon am Samstagmorgen geht es auf die nächste Reise, zum Pokalspiel beim TSV Nord Harrislee an die dänische Grenze. Dann heißt es wieder: anfeuern, klatschen und – hoffentlich oft – jubeln.
