Oldenburg - Andreas Brehme im Marschwegstadion? Das hat es in der langen Karriere des nun verstorbenen Weltmeisters von 1990 genau einmal gegeben. Just als der 1. FC Kaiserslautern zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die 2. Fußball-Bundesliga abgestiegen war, spielte der VfB Oldenburg zum letzten Mal in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. In der Saison 1996/97 traten die „Roten Teufel“ am 29. Spieltag als souveräner Tabellenführer (sechs Zähler vor Hertha BSC) beim Tabellenvorletzten VfB an.
An jenem 10. Mai 1997 kamen 10 000 Zuschauer in das Marschwegstadion, 2000 davon aus Kaiserslautern. Der VfB mit Ralf Eilenberger im Tor, Jörg-Uwe Klütz als Libero, Mirko Votava im Mittelfeld und Horst Elberfeld im Sturm hielt über die 90 Minuten gut dagegen, lief aber bereits ab der 15. Minute dem 0:1-Rückstand durch Miroslav Kadlec hinterher. Letztlich war dies das Goldene Tor, Brehme wurde bereits zur Halbzeitpause ausgewechselt. „Erwartet und doch ernüchternd“, lautete die Überschrift in der Nordwest-Zeitung damals.
Die Kaiserslauterer waren gerade zu Spielbeginn wohl durch das Hinspiel gewarnt. Auch in diesem stand Brehme in der Startelf und spielte 90 Minuten durch. Am 26. Oktober 1996 hatten die Oldenburger überraschend durch Treffer von Elberfeld (25.) und Sven Bremer (31.) mit 2:0 geführt. Gereizt durch den Rückstand dreht der Favorit vor 36 396 Zuschauern auf dem legendären Betzenberg richtig auf und gewann noch mit 6:2. Torjäger Pavel Kuka traf dreifach, auch Olaf Marschall, Jürgen Rische und Uwe Wegmann waren für den späteren Zweitliga-Meister erfolgreich.
Der Rest der Geschichte ist bekannt: Während der VfB nach dem Abstieg 25 Jahre auf die Rückkehr in den Profifußball wartete, ehe er 2022 in die 3. Liga aufstieg, wurde Kaiserslautern im Folgejahr sensationell Deutsche Meister und ist bis heute der einzige Verein, dem dieses Kunststück direkt nach dem Aufstieg gelang.
