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Dragons kämpfen um Aufstieg in Bundesliga Warum es bei Quakenbrücks Basketballern so gut läuft

Torben Rosenbohm
Steht mit den Quakenbrückern hervorragend da: Trainer Patrick Flomo

Steht mit den Quakenbrückern hervorragend da: Trainer Patrick Flomo

Imago/Neddermann

Quakenbrück - Als am vergangenen Samstag in der ausverkauften Artland-Arena (3000 Plätze) in Quakenbrück die Schlusssirene ertönte, kannte der Jubel praktisch keine Grenzen mehr. Spieler, Trainer und Betreuer des Basketball-Zweitligisten Artland Dragons aus Quakenbrück (Landkreis Osnabrück) fielen sich in die Arme und tanzten ausgelassen auf dem Parkett. Auf den Tribünen herrschte, abgesehen von der Handvoll Gästefans aus Tübingen, Ausnahmezustand. Das 79:75 der Hausherren war der sechste Sieg in den vergangenen sieben Spielen, nach Erfolgen zog der Dritte aus dem Artland mit dem Zweiten aus Tübingen gleich.

Rettung per Wildcard

„Eine supertolle Situation“ sei das, merkte Geschäftsführer Marius Kröger hinterher an, um direkt hinzuzufügen: „Wenn man dann noch zurückblickt, wo wir vor einem Jahr standen, ist das alles umso bemerkenswerter.“ In der Tat sah es Anfang 2022 in Quakenbrück ganz anders aus. Verletzungen, Erkrankungen, Niederlage folgte auf Niederlage: „Es gab quasi einen Abgesang auf den Basketball hier“, erinnert sich Kröger, der seit 2015 die Geschicke des Clubs lenkt.

Der Tiefpunkt war dann am Ende der regulären Saison 2021/2022 erreicht, als die Dragons einen Abstiegsplatz bekleidet hatten und sportlich aus der 2. (ProA) in die 3. Liga (ProB) abgestürzt waren. Es habe danach eine relevante Anzahl an Dauerkarten-Kündigungen gegeben, sagt Kröger - ein Zustand, der in Quakenbrück absolut außergewöhnlich sei. Inzwischen besitzen nach seinen Angaben wieder 1300 Fans ein Saisonticket.

Die Rettung folgte schließlich am grünen Tisch, da die Verantwortlichen der ProA eine Wildcard ausschrieben. Die Dragons bewarben sich und bekamen tatsächlich den Zuschlag. Über den Sommer stellten die Artländer einen neuen Kader zusammen, hielten an Trainer Patrick Flomo, der als Profi unter anderem bei den Baskets Bonn selbst erfolgreich Basketball gespielt hatte, fest und gingen mit Selbstbewusstsein, aber auch mit Demut in die neue Saison.

Zunächst einmal ging einiges schief. Zwar gab es gleich zum Auftakt eine ausverkaufte Arena gegen den Nordwest-Rivalen Rasta Vechta, aber auch eine Niederlage, der zwei weitere folgten. Sollte es sportlich wieder auf ein hartes Ringen um den Klassenerhalt hinauslaufen? Weit gefehlt. Die Dragons stabilisierten sich und haben inzwischen zu einer bestechenden Form gefunden. Der Sieg gegen Tübingen war der vierte Erfolg in Serie und resultierte in der packenden Schlussphase vor allem aus der unbedingten Überzeugung, momentan kaum besiegbar zu sein.

Lizenzantrag im Sinn

Wohin das alles führen soll? Kröger gibt sich, auch mit Blick auf die Möglichkeiten, zurückhaltend: „Unser Etat liegt im gesunden Mittelfeld, und spätestens seit der letzten Saison wissen wir, wie rasch es auch abwärts gehen kann. Aber: Wenn wir es sportlich schaffen, dann würden wir auch eine Lizenz für die Basketball-Bundesliga beantragen.“ Die Fans werden es gerne hören, schließlich ist bei vielen die Erinnerung an die Erstliga-Zeit von 2003 bis 2015 noch sehr präsent. 2008 holte der Club, der mit dem Slogan „Kleine Stadt, große Liebe“ wirbt, sogar den Pokal.

Die 2. Basketball-Bundesliga (ProA) setzt ihre Saison nach dem 34. Spieltag der Hauptrunde mit den Playoffs fort. Die beiden Clubs, die nach Viertel- und Halbfinale den Meistertitel unter sich ausmachen, erwerben das sportliche Aufstiegsrecht in die Basketball-Bundesliga (BBL). Da der Lizenzerwerb an zahlreiche Bedingungen geknüpft ist, verzichteten in der Vergangenheit häufiger Mannschaften auf den Sprung in die höchste Spielklasse. Im Vorjahr beispielsweise konnte so Erstligist Frankfurt, der sportlich abgestiegen war, eine Wildcard erwerben und in der BBL bleiben.

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