ASCHENSTEDT - „Tai Chi Chuan ist alles“, sagt Luis Molera, „Sport und Prävention, Konzentrationsübung und Kampfkunst“. Der 51-jährige Spanier, ein langjähriger Schüler von Großmeister William C.C.Chen, unterrichtet seit 13 Jahren im Centrum des Tai Chi Chuan Bremen. Gemeinsam mit Wolfgang Brödlin hat er das Netzwerk „Drachen und Tiger“ ins Leben gerufen. Regelmäßig kommen Tai-Chi-Anhänger aus ganz Europa auf dem „Campingplatz Aschenbeck“ in Aschenstedt zusammen. Zum zehnjährigen Bestehen wurde das „Drachen- und Tiger-Treffen“ am Wochenende in großem Rahmen gefeiert.
„Wir wollen die ganze Breite des Tai Chi zeigen“, sagte Brigitte Krafft vom Organisationsteam. So bot der Bremer Verein von Freitag bis Sonntag „Pushing-Hands-Workshops“ an. „Pushing Hand“ ist eine Übung für zwei Partner, die auf den Prinzipien des Tai Chi Chuan beruht. Die Partner stehen sich gegenüber und berühren sich nur an den Händen. Sie versuchen auf spielerische Weise, den anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Unterm Sternenhimmel erzählte Simone Warken aus Bielefeld Märchen aus Fernost. „Als der alte Mann von der Großen Mauer sein Pferd verlor“, lautete eines der Stücke. Ihre sprachlichen Bilder verstärkte die Märchenerzählerin mit Harfenmusik.
Höhepunkt des Sonnabends waren im Zelt auf der Aschenbeckschen Wiese Taiji-Vorführungen verschiedener Sportler. Sein Können mit dem Schwert demonstrierte Jan Leminsky. Christian Unverzagt, der als freier Schriftsteller und Taiji-Lehrer in Heidelberg lebt, zeigte das Zusammenspiel von Kräften bei einer Partnerübung. „Es wird nur gekämpft, ohne zu kämpfen“, lautet seine Devise. Viel Applaus bekam auch Laura Stone, die im niederländischen Deventer lebt. Sie unterrichtet seit 35 Jahren Tai Chi Chuan und beherrscht auch das Schwert perfekt. Beeindruckend zudem die Choreographie, die Vertreter des Tai Chi Chuan Bremen eigens eingeübt haben.
Auch bei Kaffee und Kuchen tauschten sich die Teilnehmer aus. „Seit Jahren gibt es ein ähnliches Treffen in Frankreich“, berichteten Marina Niederjasper und Karsten Steinfatt vom Orga-Team. Doch vielen sei die 1000 Kilometer lange Anreise zu weit. Ein Tanz- und Trommelkonzert mit der Gruppe SAF-SAP aus dem Senegal mit Nago und Sady Koité beendete das Fest am Sonnabend. Auch im Jahr 2011 ist ein „Drachen- und Tiger-Treffen“ in Aschenstedt fest eingeplant.
