ASCHERSLEBEN/NEERSTEDT - Der Vergleich mit dem Spitzenteam der Regionalliga endete für die Handballer des TV Neerstedt wie schon viele mit den Kandidaten, die sich auf einen der vorderen Plätze in der dritthöchsten Spielklasse bewerben. Am Sonnabend boten die Neerstedter beim HC Aschersleben eine gute Leistung, lagen zeitweise sogar klar in Führung und bekamen nach dem Schlusspfiff ein Kompliment vom Gegner. Vor allem in der ersten Halbzeit sei seine Mannschaft oft an einer starken TVN-Deckung gescheitert und habe in der eigenen Abwehr große Probleme gehabt, so HCA-Spielertrainer Dmitri Fillippov. Der freute sich allerdings über zwei Pluspunkte. Mit 30:35 (20:19) hatten die Neerstedter verloren. „Wir haben uns gut präsentiert“, sagte der TVN-Trainer Dag Rieken. „Doch dafür können wir uns nichts kaufen.“

Der TVN erwischte einen glänzenden Start. Er war gut auf die Spielweise des Gastgebers eingestellt; die 5:1-Abwehr funktionierte. Die dort erzielten Ballgewinne nutzte die Mannschaft konsequent zu Tempogegenstößen. Nach wenigen Minuten lag sie mit 3:2 vorn. Da zudem das Offensivspiel auch gegen eine formierte HCA-Abwehr rund lief, baute der TVN diesen Vorsprung sogar aus. Auch dank der Treffsicherheit des Halblinken Andre Willmann zeigte die Anzeigetafel nach 20 Minuten eine 16:10-Führung der Neerstedter an. Die Gastgeber reagierten auf die Vorstellung des TVN. Fillippov – Olympiasieger, Welt- und Europameister – betrat schon nach zehn Minuten das Feld. Im Angriff gingen sie dazu über, den Weg zum Tor über ihre Kreisläufer Ronny Liesche und Paul Otto zu suchen. Das war erfolgreich. Innerhalb von sechs Minuten stellte der HCA den Ausgleich her (18:18). Beim Halbzeitpfiff lag er dennoch zurück (19:20). „Wir haben uns gesagt, dass wir das Spiel weiter eng halten wollen“, berichtete

Rieken, was er und seine Spieler in der zehnminütigen Unterbrechung besprachen. Das gelang allerdings nicht so ganz. Direkt nach dem Wiederanpfiff zogen die Gastgeber bis auf 25:21 davon und zeigten dann, warum sie die Tabelle anführen. Souverän und abgeklärt verteidigten sie ihren Vorsprung. Auch wechselnde Abwehrformationen der Neerstedter brachten sie nicht mehr aus der Ruhe.

In der Schlussphase bekam der TVN doch noch einmal die Möglichkeit, die Gastgeber in größere Verlegenheit zu bringen. Er vergab aber nach dem 29:33 drei klare Torchancen. „Es war zu sehen, dass das Team aus Aschersleben gewohnt ist, dass es auch einmal zurückliegt. Es wird dann eben nicht nervös, sondern spielt seinen Stiefel weiter, weil die Spieler wissen, dass sie trotzdem gewinnen können“, erklärte Rieken.