Schweinfurt - Die Frauen des Ahlhorner SV haben die Bronzemedaille bei den Deutschen Faustball-Meisterschaften in Schweinfurt gewonnen. Die beiden Männer-Mannschaften aus Brettorf und Ahlhorn musste hingegen nach dem Qualifikationsspiel ihre Medaillenhoffnungen begraben.
Gleich im Qualifikationsspiel waren die Ahlhornerinnen perfekt eingestellt und überrollten den TSV Calw förmlich. „Ich hatte mit mehr Gegenwehr gerechnet“, gab Ahlhorns Trainer Edda Meiners zu. Nach gut 30 Minuten war die DM für Calw bereits gelaufen, Ahlhorn hatte die Sätze 11:9 11:9 und 11:6 gewonnen.
Im Halbfinale bekam es der ASV nun mit dem TSV Dennach, Sieger der Südstaffel, zu tun. Unterstützt von Fehlern im gegnerischen Angriff ging der ASV in Führung (11:6). Doch Sonja Pfrommer, Nationalangreiferin, drehte in den nächsten beiden Sätzen merklich auf. Zudem gelang es Ahlhorn nicht, durch die Angabe zu punkten. „Die Angaben sind ziemlich entscheidend. Wenn man dort nicht genügend Druck ausübt, wird es schwer“, erklärte Meiners. Im vierten Satz hatte dann starker Regen eingesetzt. Dies nutzte Ahlhorn zum Satzausgleich. Lang geschlagene Bälle von Celina Minx waren für die TSV-Defensive oftmals unerreichbar, Ahlhorn glich nach den beiden verlorenen Sätzen (6:11, 4:11) wieder aus (11:3). „Danach haben wir es verpasst, Dennach weiter unter Druck zu setzen“, ärgerte sich Ahlhorns Trainerin. Den Entscheidungssatz gewann Dennach 11:9. Somit blieb nur noch das kleine Finale gegen den MTSV Selsingen am Sonntagmorgen.
Klasse Abwehr
Den Start verschliefen die Ahlhornerinnen komplett. Meiners: „Eigentlich hatten wir uns vorgenommen von Beginn an Druck zu machen, stattdessen machen wir Eigenfehler.“ Doch nach der Satzniederlage (7:11) drehte der ASV wieder auf. Spektakuläre Abwehraktionen boten beide Mannschaften, im Angriff präsentierte sich aber Ahlhorn stärker. Ahlhorn erkämpfte sich eine 2:1-Satzführung (11:9, 11:4) und hatte im vierten Satz dann beim Stand von 10:7 drei Matchbälle. Den dritten verwandelte Imke Schröder zum 11:9. Nach zuletzt enttäuschenden DM-Auftritten jubelte Ahlhorn endlich wieder über eine Medaille.
Bei den Männern traf der Ahlhorner SV auf Gastgeber TV Schweinfurt-Oberndorf und gab gleich im ersten Satz mächtig Gas. Besonders Christoph Johannes gefiel mit hart und präzise geschlagenen Bällen. Mit 11:6 erarbeitete sich der ASV eigentlich eine gute Ausgangslage, ließ Oberndorf aber im zweiten Abschnitt wieder ins Spiel kommen (9:11). „Christoph war bis Mitte des zweiten Satzes richtig gut aufgelegt“, erklärte Ahlhorns Trainer Thomas Neuefeind. Nun hatte der Gastgeber das Momentum auf seiner Seite und holte sich auch noch den dritten Satz (11:6). „Wir haben Oberndorf einfach zu viele Chancen gegeben, wieder ins Spiel zu kommen“, ärgerte sich Neuefeind.
Außerdem machte sich das Fehlen vom etatmäßigen Mittelmann Tim Albrecht bemerkbar. „Die Zuspiele haben einfach nicht gepasst“, so der ASV-Coach. Mit 11:3 im vierten Satz zog Schweinfurt-Oberndorf ins Halbfinale ein, für Ahlhorn bedeutete dies das Aus.
Enttäuschte Gesichter auch in den Reihen des TV Brettorf. Als Nordzweiter ging die Mannschaft von Trainer Ralf Kreye in das Qualifikationsspiel gegen den TV Unterhaugstett. Von Beginn an entwickelte sich eine spannende Partie. Im ersten Satz bestimmten noch die Angreifer Tobias Kläner beim TVB und Christian Erlenmeyer aufseiten der Unterhaugstetter das Geschehen. Brettorf führt zwischenzeitlich mit 6:4, die Schwarzwälder drehten dies aber noch zum 11:9. Ab dem zweiten Satz ließen dann die Abwehrreihen ihre Klasse aufblitzen. „Meiner Abwehr kann ich keine Vorwürfe machen. Die hat fantastisch gespielt“, lobte Kreye seine Defensive. Besonders Kapitän Christian Kläner zeigte eine hervorragende Leistung auf der Mittelposition. Sein Cousin Tobias hingegen erwischte nicht den besten Tag. Ab dem zweiten Satz brauchte er immer mehr Anläufe, um für sein Team zu punkten.
Dank an die tollen Fans
„Bei Tobi hat heute einfach die Durchschlagskraft gefehlt“, versuchte Trainer Kreye direkt nach dem Spiel eine Erklärung für den sonst so verlässlichen Schlagmann zu suchen. „Einen riesen Dank möchte ich an unsere Fans aussprechen“, merkte Coach Kreye an. „Mehr als 50 Zuschauer, dies ist nicht selbstverständlich. Wir hätten sie gerne mit einer Medaille belohnt.“ Diese sicherten sich andere. Der TSV Pfungstadt verteidigte im Endspiel seinen Titel gegen den VfK Berlin, der dritte Platz ging an Gastgeber TV Schweinfurt-Oberndorf.
