Pretoria - Auch der ältere Bruder des unter Mordverdacht stehenden Paralympics-Stars Oscar Pistorius muss sich vor Gericht verantworten – wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls. Carl Pistorius ist nach Berichten südafrikanischer Medien wegen grob fahrlässiger Tötung angeklagt. Er müsse sich in einem Gerichtsverfahren wegen eines Unglücks im Jahr 2010 rechtfertigen, berichtete der Nachrichtensender eNCA. Der Prozess hätte eigentlich am vergangenen Donnerstag beginnen sollen, wurde aber auf Ende März verschoben.
Carl Pistorius soll bei dem Unfall nahe Vanderbijlpark, bei dem eine Motorradfahrerin getötet wurde, grob fahrlässig und rücksichtslos gehandelt haben, so die Anklage laut Sender. Einer Blutprobe zufolge habe der Beschuldigte aber nicht unter Alkoholeinfluss gestanden. Wie sein Bruder werde Carl Pistorius von dem Rechtsanwalt Kenny Oldwage vertreten.
Derweil kehrte nach über einer Woche Haft Oscar Pistorius wieder zu seiner Familie zurück. Ein Gericht in Pretoria hatte ihn am Freitag überraschend auf Kaution entlassen. Er hatte eine erste Kautionsrate in Höhe von 100 000 Rand (8500 Euro) gezahlt. Insgesamt ist eine Million Rand als Gesamtbetrag festgesetzt. Das Geld muss Pistorius bis zum 1. März hinterlegen.
Der 26-Jährige steht unter Mordverdacht: Er hatte am Valentinstag seine Freundin Reeva Steenkamp (29) erschossen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Profi-Läufer ohne Unterschenkel, seine Freundin vorsätzlich durch die geschlossene Badezimmertür erschossen zu haben. Pistorius sagt, er habe sie aus Versehen erschossen, weil er dachte, im Badezimmer sei ein Einbrecher.
Am 4. Juni steht er wieder vor Gericht. Wird Pistorius wegen vorsätzlichen Mordes schuldig gesprochen, droht ihm eine Haftstrafe zwischen 15 Jahren und lebenslänglich.
